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Heute hatte ich ein wenig Zeit, deswegen habe ich die drei Platten zusammengeleimt. Zuerst die beiden Platten mit den Löchern, also die vordere und die mittlere Schicht... Danach kam die hintere Platte drauf... Zum Schluss noch links und rechts mit der Kreissäge abgeschnitten und mit dem Bandschleifer alles bündig und die Brandspuren vom Zuschnitt weggeschliffen...
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Gestern nach dem Feierabend hatte ich noch Lust etwas zu bauen, deswegen bin ich in die Werkstatt und habe mit dem Passive Speaker begonnen. Da ich keine Lust auf Abrichten hatte, habe ich mich für 18mm Multiplex entschieden. Zuerst habe ich die 3 Platten auf der Kreissäge zugeschnitten. Danach habe ich mir auf den drei Schichten die entsprechenden Schnitte angezeichnet: Danach habe ich die rechteckigen Ausschnitte gemacht. Bei einem Stück habe ich mit der Japansäge und der Laubsäge gearbeitet, beim anderen Stück mit der Bandsäge. Den Verbindungskanal im Mittelstück habe ich mit der Maschinendekupiersäge ausgeschnitten. Danach habe ich die beiden Löcher mit einem 80er Kreisbohrer gebohrt. Das ging erstaunlich gut, obwohl ich das Werkstück an der Maschine nicht festspannen konnte (diese Maschine besitzt keinen höhenverstellbaren Bohrtisch, dafür hat sie einen Drehzahlregler, den ich auf minimale Drehzahl gestellt hatte). Ich habe aber den Tipp von Matthias Schraner ausprobiert und mir eine Schraubzwinge an das Werkstück geschraubt und dann dort festgehalten. Das ging ganz gut. Ich musste halt immer ein wenig bohren, dann wieder zurück, die Späne ausblasen, dann wieder ein Stück weiter. Zum Schluss von der Gegenseite gegenbohren. Hier das Ergebnis:
In der fünften Veranstaltung gab es zunächst noch einen Nachtrag zum Thema Hobel. Matthias Schraner zeigte uns noch ein paar Hobel, die er letzte Woche nicht zeigen konnte. Unter anderem hat er sich - genau wie ich - letzte Woche den RALI 105 Einhandhobel gekauft, er allerdings in der Version mit dem gebogenen Blechkörper, ich in der geschraubten Nickelvariante. Hier mal ein paar Bilder von meinem: Danach gab es Inputs zu diversen Dingen: - Wie früher schon einmal erwähnt, sollten wir nur noch Handgriffe mit Bits kaufen, keine vollständigen Schraubenziehersets - Bei den Schrauben sollten wir schauen, dass wir möglichst alle Schrauben durch Torx-Schrauben ersetzen - für lange Löcher den Schlangenbohrer verwenden (bessere Führung im Vergleich zu Spiral-/Astlochbohrer - Dreischichtplatten sind sehr formstabil - Werkstücke an der Hobelbank immer bei der Spindel einspannen, darauf achten, dass das Werkstück nicht an die geschmierte Spindel kommt. - Thema senkrecht bohren: Wenn immer möglich Ständerbohrmaschine verwenden. Der Kopf der Maschine kann für lange Bohrlöcher über die Tischkante geschwenkt werden. Bei grossen Durchmessern Drehzahl verringern und gut Festspannen. Kreativ sein beim Festspannen (z.B. Maschinenschraubstock auch hochkant festzwingen etc.). Schraubzwingen zum Festhalten von Werkstücken verwenden, so dass die Hände weiter weg vom Bohrer sind. - Falls es mit der Ständerbohrmaschine nicht geht: Freestyle Bohren! Werkstück seitlich einspannen, auf Oberschenkelhöhe bohren, ein zweiter Schüler peilt von der Seite und gibt Anweisung "Hoch/Runter" (siehe Bild) Nach ein paar Anmerkungen zur anstehenden Prüfung im Sommer ging es ans Thema "Schwinden und Quellen" von Holz: - Da die Luftfeuchtigkeit ändert, dürfen die Zangen an den Hobelbänken nie ganz geschlossen werden, so dass sie schwinden/quellen können. - trockenes Holz hat 7-8% Feuchtigkeit - der tangentiale Schwund ist am grössten, deswegen gibt es an Holzscheiben immer Risse - Kanthölzer vor dem Verwenden nochmals abrichten, da sie sich auch verziehen und dann nicht mehr rechtwinklig, sondern rhomboid sind. - Beim Bau von Möbeln das Schwinden mit einplanen (z.B. Nut-Feder Verbindungen mit Spiel) - Beim Verleimen die Regel "Kern an Kern/Splint an Splint" beachten - Bei Sperrholz wird das Schwinden verhindert, indem man die Furnierschichten jeweils um 90° versetzt zusammenleimt und so die Schwundrichtung vom den benachbarten Furnieren "gesperrt" wird. Sperrholz über 13mm wird "Multiplex" genannt. Flugzeugsperrholz hat dünnere Furniere als normales Sperrholz. Grössere Stabilität bei dünnen Materialstärken (wichtig z.B. beim Bumerangbau). - Wenn möglich Riftbretter verwenden (stehende Jahrringe!) Nach diesen ganzen Inputs ging es dann weiter mit dem nächsten Projekt, einem Passive Speaker für ein Smartphone. Die Idee ist, dass der Schall aus dem Smarphonespeaker durch einen Holzkanal in eine grössere Öffnung (ähnlich einem Trichter) geführt und somit "verstärkt" wird. Im Prinzip ist es aber eher eine Konzentration der Schallwellen in eine Richtung. Wir liessen uns über Bilder im Internet inspirieren und wählten dann jeweils ein Modell aus. Bei mir soll es so Ähnlich wie dieses hier werden. Zuerst haben wir aus einem Schaumstoff ein Modell gebaut, um die Herstellung und die Grösse auszuprobieren. Ich habe zuerst die drei Lagen mit der Bandsäge zugesägt und dann die Einschnitte mit dem Cuttermesser gemacht. Die Löcher habe ich mit einem grossen Kreisbohrer gebohrt. Zum Schluss haben wir dann noch eine Bohle aus "geräucherter Esche" abgerichtet (weil wir unbedingt mal ein dunkles Holz wollten) und dann in 2cm breite Bretter aufgetrennt. Das Abrichten erledigte Matthias Schraner für uns. Das Auftrennen machten dann Lukas und ich. Dazu mussten wir zuerst an der Bandsäge ein breiteres Blatt einlegen. Jetzt habe ich das auch mal gemacht :-) Cool. Beim nächsten Mal geht's dann mit dem Zuschnitt weiter...
Heute war die vierte Holz-Veranstaltung. Zuerst ging es ums Thema Hobel. Wir haben uns zuerst alle möglichen Hobel angeschaut und deren Aufbau und Verwendung sowie die Einstellung der Eisen studiert. Für die Schule werden im Prinzip nur Putzhobel und Rauhbank (wenn überhaupt) gebraucht. Praktisch ist vor allem der RALI Hobel, bei welchem Wendemesser sehr einfach eingesetzt werden können. Auch der Verstellmechanismus ist für Schüler sehr einfach bedienbar. Für die RALI Hobel gibt es zwei verschiedene Arten von Messern: für Weichholz (glänzend) und für Hartholz (matt). Im Prinzip kann man für die Schule immer die Hartholzmesser einbauen, da meist mit Plattenwerkstoffen gearbeitet wird, welche grosse Mengen an Leim enthalten, was die Messer stärker belastet. Grundregel für Arbeitsgänge: Nach dem Schleifen keine Messer mehr (also nicht mehr Hobeln oder Stechbeitel benutzen, da die Schleifpartikel die Messer beschädigen und sie sofort wieder geschärft werden müssen). Weiterer Tipp: Für rechtwinkliges Hobeln Bestosslade und Raubank auf der Seite liegend benutzen. Den Rest der Zeit haben wir an unseren bisherigen Werkstücken weitergearbeitet: Bei meinem Wägeli habe ich lange überlegt, wie ich verhindern kann, dass beim Anheben die Vorderachse ausgehängt wird. Nach langem Hin und Her habe ich dann beschlossen, auf der Oberseite ein Loch in die Lenkstange zu bohren und das Herunterrutschen durch einen dünnen Holzdübel zu verhindern. Ausserdem habe ich die Vorderachse durch eine weitere Strebe stabilisiert. Das alles hat noch einmal deutlich mehr Reibung in die Lenkung gebracht, aber es funktioniert recht gut und deswegen lasse ich es momentan noch so... Ausserdem habe ich an meiner Holzbox noch Fasen an alle Kanten angehobelt und anschliessend noch mit 120er Schleifpapier alle Flächen abgeschliffen (natürlich von Hand :-)) In der vergangenen Woche habe ich zweimal am Wägeli gearbeitet. Am Sonntag habe ich die in der Veranstaltung hergestellten Bauteile mit den entsprechenden Bohrungen versehen. Später musste ich an manchen Stellen die Bohrungen noch etwas erweitern, um eine bessere Gängigkeit in der Lenkung zu erreichen. Am Dienstagabend habe ich dann nochmal 2 Stunden am Wägeli gearbeitet. Ich habe noch die Hinterachse hergestellt und versucht, die Lenkung einigermassen stabil zu bekommen. Da die sich drehenden Klötze nur mit einem Dübel in einem Loch stecken, welches zwecks besserer Drehbarkeit einen halben Millimeter grösser gebohrt sind, ist der ganze Aufbau sehr wackelig. Beim Anheben des Wagens besteht die Gefahr, dass die Klötze aus den Löchern springen und man dann alles wieder neu einhängen muss. Hier könnte man sicher noch weiter tüfteln, aber hierfür habe ich momentan schlichtweg keine Zeit. In der dritten Veranstaltung ging es um Mechanik, im Speziellen um Differentiale und Lenkungen von Fahrzeugen. Dies kann man mit Schülern sehr gut anhand von Lego Technik Fahrzeugen anschauen, da man den Aufbau und die Funktion dieser Bauteile dort gut erkennen kann. Danach folgte die nächste Werkaufgabe: Wir sollen ein Fahrzeug aus Holz mit Lenkung bauen. Da wir wie immer wenig Zeit haben, zeigte uns Matthias Schraner ein Beispiel einer Lenkung: Um Zeit zu sparen entschied ich mich mit 4 weiteren Mitstudenten dazu diese Lenkung 1:1 nachzubauen. Wir waren ziemlich rasch an der Kreis-/Bandsäge und dank Massenproduktion waren wir relativ schnell ausgestattet mit den benötigten Bauteilen. Leider reichte mir die Zeit nicht mehr zum Bohren/Leimen, deswegen habe ich mich entschieden alles mit nach Hause zu nehmen und in der Holzwerkstatt der Schule weiterzubauen. Zwischendrin gab es wieder einige Inputs, heute zum Thema Sägen: 1) Laubsäge: - Wenn möglich, nicht mehr benutzen oder wenn, dann nur wenn man es auch wirklich gut kann - Klemmfutter benutzen, um das Sägetischchen weiter oben einspannen zu können. - Sitz auf korrekte Arbeitshöhe einstellen - nur 9er Dekupiersägeblätter verwenden (für Laub- und Dekupiersäge) - Schüler auf der Stelle sägen lassen, nur auf/ab, kein Druck nach vorne, dann verkantet auch nichts -Werkstück auf Tischchen festklemmen, dann kann sich der Schüler auf die Sägebewegung konzentrieren 2) Dekupiersäge: Wenn möglich, nicht mehr benutzen, stattdessen auf der Bandsäge sägen - Wechsel des Blattes: Unten mittig einspannen, oben gemäss Schlitz einspannen, einhängen und nicht komplett festspannen. Der obere Teil muss sich bewegen können! - 9er Blatt verwenden - Bei Schnitten durch Plexiglas immer wieder zurückfahren, da sonst das Plexiglas direkt hinter dem Schnitt wieder zusammenklebt. 3) Absetzsäge: - nicht mehr verwenden, stattdessen Stichsäge benutzen 4) Fuchsschwanz, Feinsäge, Japansäge: - Eigentlich nur noch Japansäge verwenden - Feinsäge ist schwenkbar (senkrecht stehende Zähne) 5) Gehrungssäge mit Gehrungslade: - Säge an der Spann-Schraube führen, dann läuft die Säge nicht schräg, sondern schön waagrecht - Werkstück festklemmen - Blatt nicht zu fest spannen, sonst verbiegt sich das Rohr - Beim Spannen die Führungen nach oben bringen, wenn die Führungen nach unten rutschen, ist die korrekte Spannung erreicht. 6) Bandsäge: - breites Sägeblatt für gerade schnitte, schmales Sägeblatt für stärkere Kurven - Die Zähne des Blattes dürfen nicht in die Führungsrollen geraten (oben UND unten!) - Zusammenrollen eines Bandsägenblattes: Fuss aufs Blatt, beide Hände mit der Handfläche nach oben greifen das Blatt, Schlaufe nach Innen am Bauch vorbei nach unten führen, fertig. In der zweiten Veranstaltung ging es darum, die Holzkiste fertig zu bauen. Zunächst wurde uns die Lamello-Maschine und ihre Handhabung gezeigt: - Schreinerdreieck von aussen anzeichnen, Fräsmarkierung über beide Teile ziehen. Anschliessend an der Markierung fräsen - Maschine immer in der Vertiefung der Hobelbank ablegen, damit sie nicht runterfallen kann - Absaugung/Kabel über die Schulter legen - "aus der Hüfte" fräsen Nach dem Fräsen wird dann alles zusammengesteckt, um zu schauen ob alles passt. Erst danach geht es ans Verleimen! Vor dem Verleimen gab es noch einen Input zum Thema "Bohren in Sperrholz": - Hartmetallbestückte Astlochbohrer verwenden, da Sperrholz viel Leim enthält - Zügig bohren (Langsam eintauchen und dann Gas geben) - Vierkantahle zum Vorstechen verwenden - Bei grossen Löchern das Werkstück festspannen! - Drehzahl ggf. reduzieren - Bohrtiefe korrekt einstellen ("Bohren bis die Spitze zeichnet") - ggf. noch von der Gegenseite durchbohren - Astflickzapfen zum Ausbessern verwenden Danach gab es einen Input zum Thema "Leimen": - Zuerst ein L leimen, dann zwei L zu einem O verbinden, oder ein U leimen und dann die Seiten darauf leimen - Wenn möglich Bankhaken mit Zulagehölzern verwenden - Bei grösseren Werkstücken ggf. einen Verleimgrill aus Vierkanthölzern zum Zwingen verwenden - Soviel Leim auftragen, dass man die Maserung des Holzes gerade nicht mehr sieht - Mit Finger verteilen - Überschüssigen Leim nicht sofort abputzen (Leim wird in die Poren hineingedrückt!) Vor allem wichtig, wenn später noch eine Oberfläche aufgebracht werden soll. - (An)getrockneten Leim stattdessen mit Stechbeitel entfernen (Werkstück dazu einspannen!) Danach gingen Katrin und ich daran unsere Kisten zu verleimen. Leider hat meine Kamera schon wieder ein Foto nicht gemacht, deswegen kann ich jetzt nur den ersten Teil des Verleimens (das "U") zeigen. Wir sind aber noch fertig geworden :-).
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AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv
September 2022
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