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In der fünften Veranstaltung gab es zunächst noch einen Nachtrag zum Thema Hobel. Matthias Schraner zeigte uns noch ein paar Hobel, die er letzte Woche nicht zeigen konnte. Unter anderem hat er sich - genau wie ich - letzte Woche den RALI 105 Einhandhobel gekauft, er allerdings in der Version mit dem gebogenen Blechkörper, ich in der geschraubten Nickelvariante. Hier mal ein paar Bilder von meinem: Danach gab es Inputs zu diversen Dingen: - Wie früher schon einmal erwähnt, sollten wir nur noch Handgriffe mit Bits kaufen, keine vollständigen Schraubenziehersets - Bei den Schrauben sollten wir schauen, dass wir möglichst alle Schrauben durch Torx-Schrauben ersetzen - für lange Löcher den Schlangenbohrer verwenden (bessere Führung im Vergleich zu Spiral-/Astlochbohrer - Dreischichtplatten sind sehr formstabil - Werkstücke an der Hobelbank immer bei der Spindel einspannen, darauf achten, dass das Werkstück nicht an die geschmierte Spindel kommt. - Thema senkrecht bohren: Wenn immer möglich Ständerbohrmaschine verwenden. Der Kopf der Maschine kann für lange Bohrlöcher über die Tischkante geschwenkt werden. Bei grossen Durchmessern Drehzahl verringern und gut Festspannen. Kreativ sein beim Festspannen (z.B. Maschinenschraubstock auch hochkant festzwingen etc.). Schraubzwingen zum Festhalten von Werkstücken verwenden, so dass die Hände weiter weg vom Bohrer sind. - Falls es mit der Ständerbohrmaschine nicht geht: Freestyle Bohren! Werkstück seitlich einspannen, auf Oberschenkelhöhe bohren, ein zweiter Schüler peilt von der Seite und gibt Anweisung "Hoch/Runter" (siehe Bild) Nach ein paar Anmerkungen zur anstehenden Prüfung im Sommer ging es ans Thema "Schwinden und Quellen" von Holz: - Da die Luftfeuchtigkeit ändert, dürfen die Zangen an den Hobelbänken nie ganz geschlossen werden, so dass sie schwinden/quellen können. - trockenes Holz hat 7-8% Feuchtigkeit - der tangentiale Schwund ist am grössten, deswegen gibt es an Holzscheiben immer Risse - Kanthölzer vor dem Verwenden nochmals abrichten, da sie sich auch verziehen und dann nicht mehr rechtwinklig, sondern rhomboid sind. - Beim Bau von Möbeln das Schwinden mit einplanen (z.B. Nut-Feder Verbindungen mit Spiel) - Beim Verleimen die Regel "Kern an Kern/Splint an Splint" beachten - Bei Sperrholz wird das Schwinden verhindert, indem man die Furnierschichten jeweils um 90° versetzt zusammenleimt und so die Schwundrichtung vom den benachbarten Furnieren "gesperrt" wird. Sperrholz über 13mm wird "Multiplex" genannt. Flugzeugsperrholz hat dünnere Furniere als normales Sperrholz. Grössere Stabilität bei dünnen Materialstärken (wichtig z.B. beim Bumerangbau). - Wenn möglich Riftbretter verwenden (stehende Jahrringe!) Nach diesen ganzen Inputs ging es dann weiter mit dem nächsten Projekt, einem Passive Speaker für ein Smartphone. Die Idee ist, dass der Schall aus dem Smarphonespeaker durch einen Holzkanal in eine grössere Öffnung (ähnlich einem Trichter) geführt und somit "verstärkt" wird. Im Prinzip ist es aber eher eine Konzentration der Schallwellen in eine Richtung. Wir liessen uns über Bilder im Internet inspirieren und wählten dann jeweils ein Modell aus. Bei mir soll es so Ähnlich wie dieses hier werden. Zuerst haben wir aus einem Schaumstoff ein Modell gebaut, um die Herstellung und die Grösse auszuprobieren. Ich habe zuerst die drei Lagen mit der Bandsäge zugesägt und dann die Einschnitte mit dem Cuttermesser gemacht. Die Löcher habe ich mit einem grossen Kreisbohrer gebohrt. Zum Schluss haben wir dann noch eine Bohle aus "geräucherter Esche" abgerichtet (weil wir unbedingt mal ein dunkles Holz wollten) und dann in 2cm breite Bretter aufgetrennt. Das Abrichten erledigte Matthias Schraner für uns. Das Auftrennen machten dann Lukas und ich. Dazu mussten wir zuerst an der Bandsäge ein breiteres Blatt einlegen. Jetzt habe ich das auch mal gemacht :-) Cool. Beim nächsten Mal geht's dann mit dem Zuschnitt weiter...
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AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv
September 2022
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