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Gestern war die sechste und letzte technische Veranstaltung in diesem Semester. Zuerst gab es einen Input zum Thema Acryl: Biegen: - entweder mit Linearbiegegerät oder mit Heissluftföhn Sägen: - Entweder mit Stich/Band/Decoupiersäge (langsam sägen, damit sich das Acryl nicht hinter dem Blatt wieder schliesst) oder - Ritzbrechen (Acrylglasschneider und dann über Kante brechen) Leimen: - eher schwierig - es gibt verschiedene Produkte: 106 (flüssig), 107 (sirupartig) und 192 (UV-aushärtend) - wird mit einer Spritze aufgebracht und schmilzt die beiden Flächen zusammen Bohren: 16-19mm Bohrer besorgen für Ringe - Spezielle Acrylbohrer verwenden und dann auch nur für Acryl verwenden - Nur mit Standbohrmaschine bohren! - Gut festzwingen (ähnlich gefährlich wie Dünnblechbohren)! - Neue MDF-Unterlage verwenden, sonst Ausriss - Wenn die Löcher ganz schön werden müssen: Kühlen mit Petrol oder Rindertalg Polieren: - Eigene Paste und ein eigenes vernähtes Polierpad verwenden (viel Luft dazwischen für Kühlung) - Kanten können mit Ziehklingen abgezogen oder abgeflammt werden Generell: - Augen mit Schutzbrille schützen! Acrylspäne sind durchsichtig und können selbst vom Augenarzt nicht gesehen werden! Augendusche parat haben! - Acryl biegt sich bei Wiedererwärmen wieder zurück (memory-Effekt) - Dämpfe sind nicht bedenklich (Buche-/Eichenstaub ist aggressiver!) - Acryl tropft nicht Mit Schülern: - nur additiv arbeiten (kleine Teile einzeln aneinander setzen, nicht grosse Abwicklungen zeichnen) - zuerst Modelle bauen lassen, die dann in der Gruppe diskutiert werden - positive Aspekte der einzelnen Modelle hervorheben, wichtige Kriterien herausarbeiten - zweites Modell herstellen lassen, Kopieren ist hier ausdrücklich erlaubt! - Dann Herstellung des eigenen Objekts - Gute Projekte: Utensilo (für Stifte und Block), Zangen, Röhrchen mit trockener (!) oder flüssiger (eher schwierig) Füllung, Finger-Ringe (verschiedenfarbige Acrylplättchen aufeinanderleimen, dann Loch bohren und anschliessend Aussenform schleifen) Hier mal ein paar Bilder aus Matthias Schraners Sammlung: Danach gab es einen weiteren Input zum Thema Stichsäge: - Zum Sägen mit der Stichsäge die Sägehilfe gemäss Bild unten verwenden, so dass man eine Führung hat und erhöht sägen kann - Bei den Blättern darauf achten, dass man für Kurven schmale und geschränkte Blätter verwendet (diese sind nicht blank auf den Seiten) - Für gerade Schnitte breitere und geschliffene Blätter verwenden (diese sind blank auf den Seiten). - Für Sperrholz ein Blatt mit feinerer Zahnung verwenden. - Überhitzung der Blätter vermeiden, sonst laufen sie blau an und sind dann nicht mehr zu gebrauchen. - Für Kurven Pendelhub auf 0 stellen. Für Geradeaussägen 1-2 wählen. - Mit Schülern: Säge ggf. gemeinsam führen (Kurven am Hinteren Teil der Säge einleiten). Angst nehmen! Anschliessend durften wir dann an unseren Passive Speakern vom letzten Mal weiterarbeiten. Das letztes Mal abgerichtete und aufgetrennte Holz (gedämpfte Akazie, wie sich mittlerweile herausgestellt hat) habe ich an der Formatkreissäge für Katrin, Jon Andry, Remo und mich zugeschnitten, danach habe ich mit Vreni und Katrin nochmals das Bandsägenblatt gewechselt (leider riss es eine halbe Stunde später, aber ich glaube es lag nicht an uns...). Nachdem ich dann die einzelnen Teile entsprechend gebohrt und gesägt hatte, leimte ich zunächst die Mittelschicht und den Boden aneinander. Da ich ja schon einen passiven Speaker in der Schule gebaut hatte, überliess ich den anderen die schönen Akazienstücke (manche haben einen Riss gehabt bzw. sind beim Formatieren dort auseinandergebrochen), so dass ich für das Mittelstück ein wenig Tischlerplatte verwendet habe (siehe oben). Während der Leim am Abbinden war, habe ich den in der Schule hergestellten Passive Speaker noch ein wenig mit dem Hobel bearbeitet: Ich habe an den Kanten jeweils mit 6 Hüben eine kleine Fase angehobelt. Danach noch ein wenig mit Schleifklotz und Schleifpapier geschliffen, fertig :-) Nun war der Leim einigermassen fest und ich konnte die obere Platte des Akazien-Speakers aufleimen. Leider habe ich vergessen das fertige Produkt zu fotografieren. Das werde ich dann nächste Woche nachreichen, wenn die erste textile Veranstaltung stattgefunden hat. So wie es aussieht dürfen wir einen Hoodie oder ein T-Shirt nähen... Ich bin gespannt... :-)
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AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv
September 2022
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