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Da es morgen zu Silvester Raclette gibt und ich bei der Gelegenheit die selbst gebauten Racletteöfeli testen will, wollte ich mein ursprüngliches Design, welches ich auf Anraten von Matthias verworfen hatte, doch noch herstellen. Prinzipiell hat alles ganz gut funktioniert. Lediglich mit meiner Materialauswahl (0.5mm Aluminium) war ich nicht zufrieden. Es war zwar leicht zu schneiden/sägen/biegen, aber am Ende ist das Racletteöfeli doch relativ scharfkantig geworden. Beim nächsten Mal würde ich das Racletteöfeli wohl aus 1mm Stahlblech herstellen. 1,5mm wäre vielleicht noch besser, aber da man teilweise von Hand ausschneiden und biegen muss, würde ich es wohl zunächst mit 1mm probieren. Was mir aber am wichtigsten war: Ich wollte das mit dem Nieten mal ausprobieren. Bis auf eine, die ich wieder ausbohren musste, funktionierte das auch ganz gut. Kleinere Nieten hätten es zwar auch getan, aber wir hatten grad keine anderen in der Metallwerkstatt herumliegen. Hier mal ein paar Fotos vom Entstehungsprozess, und dann wünsche ich einen guten Rutsch ins 2022 :-) Und hier nochmal alle drei von mir hergestellten Racletteöfeli nebeneinander :-)
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Kurz vor den Weihnachtsfeierlichkeiten bin ich noch in die Werkstatt meiner Schule und habe zwei Werkstücke fertiggestellt. Einerseits das Racletteöfeli nach Katrins Design. Den Schlitz im Mittelteil habe ich mit einer Laubsäge ausgesägt und dann mit 240er Schleifpapier nachbearbeitet. Das ging sehr gut.
Ausserdem habe ich noch einen Ständer für das Kerzenstöckli gemacht. Hier die Resultate am Heiligabendtisch ;-) Gestern war die letzte Veranstaltung des ersten Semesters. Dieses Mal haben wir Guetzli-Formen gemacht: - 0,3mm verzinntes Weissblech verwenden - Achtung: Verletzungsgefahr. Das dünne Blech schneidet wie verrückt - Deswegen zum Bördeln das Blech in einer Biegeschiene in den Schraubstock einspannen und dann mit dem Nylonhammer das Blech in ziehenden Bewegungen umhämmern. - Wenn dann die Form klar ist (mit den Schülern vorher verschiedene Designs diskutieren), Biegedorne zum Biegen verwenden - Beim Biegen darauf achten, dass der Bördel aussen liegt. So vermeidet man, dass sich Teig darin ansetzt. - auf einer Seite ca. 1cm vom gebördelten Teil abschneiden (Handblechschere) - die beiden Teile zusammenlöten (Weichlöten) Matthias hat uns dann das Weichlöten mit der Einschlauchanlage gezeigt. Wichtig ist hierbei, dass man die Anlage umstellt auf Einschlauchbetrieb (der Gassparhahn und die Pilotflamme werden dann deaktiviert). Die Sauerstoffflasche wird nicht benötigt, da die Flamme den Sauerstoff über die Luft bezieht (Loch im Brennerteil, ähnlich wie bei der Pilotflamme oder einem Bunsenbrenner). Tipps fürs Weichlöten (<450°C, wird hauptsächlich von Bauspenglern und in der Elektronik verwendet): - Darauf achten, dass das richtige Lot verwendet wird (nicht mit Silberlot zum Hartlöten verwechseln, dieses schmilzt erst bei ca. 700°C) - Bleifreie Lote verwenden, vor allem wenn es um Gegenstände für Lebensmittel geht. - Falls die Zinnschicht durch zu langes Erhitzen abgebrannt ist, kann (nach Wieder-Blank-Schleifen) mit Verzinnungspaste vorverzinnt werden - mit Schülern pastenförmiges Flussmittel verwenden. Bei Elektronikarbeiten können die Bauteile kurz mit den Beinchen eingetaucht werden. Vorgehen (am besten zu zweit arbeiten): 1) Flussmittel auftragen, 2) Eine Fläche verzinnen (ein Stück Lötzinn auflegen und wärmen, bis Lot flüssig ist, dann abkühlen lassen), 3) die beiden zu verlötenden Flächen aufeinander legen, am Bördel mit Flachzange festhalten 4) beide Flächen erwärmen, bis Lot flüssig ist, dann mit einer zweiten Flachzange die Flächen aufeinanderdrücken 5) erschütterungsfrei erstarren lassen Danach machten wir uns daran, unsere ganzen angefangenen Projekte fertigzustellen. Ich habe noch mein Kerzenstöckli fertig gestellt (ich musste noch das Innengewinde schneiden und dann den Teller mit ein paar beherzten Nylonhammerschlägen gerade klopfen ;-)): Als nächstes habe ich meinen Stempel bearbeitet. Dort habe ich die Steigkanäle, die sich mit Bronze gefüllt hatten, mit der Metallbügelsäge abgesägt: Da die Acetylen-Sauerstoffanlage mittlerweile wieder auf Hartlöten umgestellt war, habe ich dann noch meinen Silberring gelötet. Auch dieses Mal habe ich mich gegen den Gottesfinger und für ein direktes Aufbringen des Lotes entschieden. Dadurch dass ich im letzten Jahr viel Elektronik gelötet habe, habe ich ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wieviel Lot es braucht und wann es in den Spalt zieht. Dennoch musste ich natürlich noch ein wenig feilen und die Oxidschicht weg polieren, aber ich bin mit dem Lötergebnis sehr zufrieden. Und vor allem passt er perfekt an meinen Ringfinger :-) Zwischendrin haben wir dann noch den Leistungsnachweis geschrieben. Ich hatte ein ganz gutes Gefühl dabei und hoffe, dass es für ein "Erfüllt" reicht. Zum Schluss habe ich noch Katrin und Jon-Andry beim Gewindeschneiden und Bohren geholfen. Unser zweites Racletteöfeli haben wir dann auch noch versucht zu vollenden, aber bei den mittleren Schlitzen fehlte uns die zündende Idee. Wir haben es bei Katrins Blech mit Aufbohren versucht, aber das hat nicht so wirklich funktioniert. So, das war's dann auch schon fürs erste Semester. Ich habe viel gelernt, viel Neues ausprobieren dürfen. Hier nochmal die Übersicht aller erstellter Produkte vom Technischen Gestalten und auch die komplette Literatur vom Technischen/Textilen Gestalten. Wenn das in den nächsten Semestern so weitergeht, platzt mein Bücherregal aus allen Nähten ;-). Jetzt ist aber erstmal Weihnachten!
Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten, erholsame Festtage und einen guten Rutsch ins 2022. Ich melde mich dann wieder aus dem Winterzwischensemester 2022. Bleibt gesund!!! Am Donnerstag war bereits die vorletzte technische Veranstaltung. Das erste Semester neigt sich also dem Ende zu. Zuerst testete uns Matthias bezüglich Werkzeugkunde, so dass wir wussten, wie genau er die Werkzeugnamen nächste Woche haben möchte. Hier konnte ich sehr gut mithalten, was mich für nächste Woche positiv stimmte. Anschliessend ging es kurz um die Antriebe von Schrauben: Schlitz, Kreuz, Pozidriv, Torx und Inbus. Hier der Tipp von Matthias: Anstatt zig Schraubenzieher für die Schule anzuschaffen, sollten lieber einige Bithalter und Bitsets gekauft werden. So müssen nur die (günstigen) Bits immer wieder ersetzt werden und man hat immer das perfekte Bit für die jeweilige Schraube. Danach ging es ans nächste Thema: Nieten Tipps: - vermeiden, allzu viele verschiedene Nietenarten an Lager zu haben. - Blind- oder Popnieten in einer oder zwei Grössen haben, eher lange Versionen. - Die Angaben auf den Packungen kann man getrost ignorieren, denn die sind nur für Handwerker bestimmt, welche nicht bei jeder Niete die Zeit haben, mehrmals an der Blindnietzange zu drücken. - Der Döpper kann weiterbenutzt werden - wasserdichte Nieten sind erhältlich Weiter gings mit dem Thema Blech bohren (sehr gefährlich!!!): Tipps: -Hände aus der Flugbahn! - Blech so einspannen, dass der Spiralbohrer das Blech nicht hochziehen und damit deformieren kann! - Massives Holz unterlegen - Am besten zwei Feilkloben verwenden und möglichst nahe am zu bohrenden Loch festklemmen - Schüler zu zweit bohren lassen. Einer hält das Brett fest und der andere bohrt/bedient den Notausschalter, falls etwas passiert. - bei grösseren Löchern ggf. mit kleinerem Bohrer vorbohren - Alternative zu Spiralbohrern: Stufenbohrer (Kegelförmig), oder bei grösseren Löchern Kreisbohrer (sehen wie zusammengeschweisste Sägeblätter aus) verwenden, falls vorhanden. - Bohröl verwenden -Körnen - Drehzahl nach unten regulieren Anschliessend zeigte uns Matthias die Tafelblechschere: Tipps: - Die Arretierung der Tafelblechschere fürs Zuschneiden von kleinen Blechen nutzen. So hat man beide Hände frei. - Den Schülern zeigen, wo genau die Einstellung abgelesen wird. - Aluminium bis 1,5mm, Chromstahl bis 1mm schneidbar. - hin- und herwackeln zur Feineinstellung Nach diesen ganzen Inputs ging es dann ans Anschauen unserer Designs für das Racletteöfeli. Es war interessant welche Ideen von den anderen kamen. Mein Design stellte sich als machbar, aber letztendlich doch etwas schwierig heraus. Das Design von Katrin gefiel mir sehr gut, so dass ich mich mit ihr hinsetzte und ihr Design noch ein wenig diskutierte, um ggf. noch Verbesserungen vorzunehmen. Letztendlich haben wir uns dann für eine Variante mit 3 Abschnitten von 8x8cm entschieden. Wir haben uns also jeweils ein 1.5mm Alublech auf 24x8cm zurechtgeschnitten. Dabei blieb ein etwas schmalerer Streifen übrig, den wir als Probestück für eine Biegung in der Biegevorrichtung verwendeten. Das Biegen ging relativ gut, aber da die gebogenen Enden relativ lang waren, haben wir unser gebogenes Stück nur wieder aus der Maschine bekommen, indem wir den unteren Teil der Biegevorrichtung ausgebaut haben. Hier unser Ergebnis: Wenn man von Hand biegen möchte/muss, kann man so genannte Biegebacken verwenden, die in den Schraubstock eingespannt werden, um dann mit einem Stück Holz (und ggf. einem Hammer) zu biegen. - Kraft möglichst weit unten an der Kante ansetzen - die beiden Backen sind unterschiedlich: Eine Backe ist scharfkantig, die andere abgerundet - ausserdem ist ein Teil der Backen jeweils dicker als der andere. So in den Schraustock einspannen, dass sie nicht immer herausfallen. Anschliessend bat mich Remo um Unterstützung. Er wollte die Stahlscheibe vom vorletzten Mal noch schmieden, da die Acetylen-Sauerstoff-Anlage gerade angestellt war. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch meiner Stahlscheibe noch eine Rundung verpasst: Während Remo und ich am Schmieden waren, baute Katrin noch ein Racletteöfeli aus 4 Winkeleisenstücken und einem rechteckigen Blech, zusammengehalten durch 8 würfelförmige Supermagnete. Diese Idee fand ich super und die werde ich in den Weihnachtsferien auch noch nachbauen: Anschliessend begannen Katrin und ich unsere Racletteöfeli zu bauen. Die Idee war mit einer Metallbügelsäge 1mm-Schlitze ins 1,5mm Aluminiumblech zu sägen, so dass wir die Schlitze nachher nur noch wenig mit Schleifpapier weiten müssten. Leider fiel die Schleifarbeit dann doch grösser aus, und leider habe ich es auch nicht wirklich gleichmässig hinbekommen. Hier hätte ich mir mehr Zeit lassen müssen. In der Veranstaltung ist aber alles relativ dicht gedrängt und es gibt ja auch keinen Schönheitspreis. Es geht darum, dass man alles mal ausprobiert und Erfahrungen sammelt, so dass man sich dann auch mit den Schülern dran wagt. Anschliessend haben wir noch im Mittelteil 3 Löcher gebohrt und dann mit der Laubsäge die Schlitze hineingesägt. Die müssen wir nächste Woche noch aufweiten. Hier unser Ergebnis am Ende der Veranstaltung. Zum Schluss noch der Nachtrag von letzter Woche. Da hatten wir einen Kupferring hartgelötet. Zum Silberring bin ich auch in dieser Veranstaltung nicht gekommen, aber hier mal noch das Bild vom fast fertiggestellten Kupferring:
In der zehnten Veranstaltung schauten wir uns zuerst den Film der Degussa übers Hartlöten an. Hartlöten ist die Bezeichnung für Löten bei Temperaturen oberhalb von 450°C. Unterhalb dieser Temperatur spricht man von Weichlöten. Praktisch alle Materialien sind lötbar. Dies eröffnet grosse Möglichkeiten im technischen Gestalten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Fugen- und Spaltlöten, wobei in der schulischen Praxis praktisch nur das Spaltlöten relevant ist. Der Spalt zwischen den beiden zu verbindenden Teilen sollte dabei unter zwischen 0,05 und 0,5mm liegen (ideal 0,05-0,2mm), damit der kapillare Fülldruck das flüssige Lot in den Spalt ziehen kann. Ablauf des Hartlötens: - Teile vorbereiten (Lötstellen müssen blank sein, mechanisch oder chemisch reinigen) - Flussmittel auftragen (Schutz vor Oxidation) - Teile in der gewünschten Position fixieren (Niederhaltestab o.ä.) - Beide Teile erwärmen, dann Lot zuführen (Gottesfinger oder direkt) - Abkühlen, Flussmittel mit Wasser abwaschen (Bürste) Anschliessend schauten wir uns die verschiedenen Lote an: Silber- und Messinglot. Tipps für die Schule: - Silber- und Messinglot in jeweils unterschiedlichen Durchmessern kaufen, so dass man als Lehrer sofort sieht, ob die Schüler das korrekte Lot in der Hand halten (Vorschlag: Silberlot 1mm, Messinglot 1,5mm). - Genauso vorgehen bei den entsprechenden Flussmittelbehältern. Hier kann einfach mit zwei unterschiedliche Deckelfarben gearbeitet werden. - Beim Löten das Halteende umknicken. So weiss man immer, welches das kühle Ende ist. - Stahl mit Messinglot löten, alles andere mit Silberlot. - heutzutage sind praktisch alle Flussmittel cadmiumfrei - Als Gottesfinger kann man ein Stück Schweissdraht nehmen und am Schleifband zu einer Spitze zuschleifen. Kleines Stück Silberlot auf Kohle erhitzen --> Kugel mit (kaltem) Gottesfinger abnehmen. - für Schmuck gibt es Silberlot auch als Plättchen mit verschiedenen Schmelzpunkten (680°C, 710°C, 730°C), optisch unterscheidbar durch eingebrachte Linien auf den Plättchen. So kann man mehrere Lötvorgänge am gleichen Werkstück durchführen, ohne dass dabei die vorherigen Lötpunkte wieder verflüssigt werden. - weitere Variante: Lotstäbchen an die Form des Spaltes anpassen, dort anlegen und anschliessend nur noch erhitzen, bis das Lot in den Spalt fliesst. - Wichtig: Zum Löten braucht es RUHE! - mit weicher Flamme löten! - eher grösseren Brenner wählen, dafür weiter weg gehen, um Wärmemenge zu dosieren. Anschliessend ging es ans praktische Ausprobieren: Wir stellten drei Kupferringe her, indem wir einen Kupferdraht um einen Biegedorn herumwickelten (beim Biegen nie anhalten und am Schluss aufpassen, da der Draht zurück federt) und dann mit einer Goldschmiede-Bügelsäge (Blatt 3) 3 Windungen absägten: Nach dem Absägen feilten wir die Verbindungsflächen mit einer Schmuckfeile plan und entfernten eventuell vorhandene Grate. Danach fügten wir die beiden Flächen aneinander, so dass der Ring schon fast perfekt war. Danach ging es ans Löten. Hier das Ergebnis direkt nach dem Löten: Wie man sieht wurde das Kupfer durch die Flamme oxidiert. Diese Oxidschicht haben wir danach mit einem Schleiftuch wieder entfernt. Mit einer Schmuckfeile entfernten wir dann auch noch das überschüssige Silberlot (im Bild in der Mitte unten). Leider habe ich vergessen ein Foto vom (fast) fertigen Ring zu machen. Das wird aber nächste Woche nachgeliefert. Die anderen beiden Ringe konnte ich leider nicht mehr löten, da wir ein Problem mit der Acetylen-Sauerstoff-Anlage hatten. Da ich in meinem Leben aber schon viel gelötet habe (zwar nur Elektronik-Löten, aber immerhin), war mir das Prinzip klar und der Rest ist ja wie immer Übungssache. Das werde ich in den Weihnachtsferien bei uns in der Schulwerkstatt tun. Anschliessend gings weiter mit der Produktion eines Silberrings. Man konnte wählen zwischen einem Ring aus Silberdraht oder einem Ring aus 1mm-Silberbleichstreifen, die dann mit einer speziellen Flach-Halbrund-Zange gebogen werden können. Ich entschied mich für die Drahtvariante, da mein Ehering ja schon eher breit ist. Literaturtipp: "Schmuck gestalten", Kapitel Ringe - Mit Schülern Designs zuerst auf Papier (schwarz/weiss) ausprobieren, an den Finger halten und dann ggf. weiterentwickeln. Das Vorgehen bei der Drahtvariante ist gleich wie beim Kupferring, doch der Ring soll dieses Mal an den Finger passen. Hierzu biegt man den Silberdraht um einen Biegedorn und ermittelt dann den Innendurchmesser mit den Ringgrössen auf dem Ring-Spiel. Bei uns war das ca. 53mm. Da ich für meinen Ringfinger Grösse 65 brauche, habe ich also zu einer Windung noch 12mm dazugegeben, angezeichnet und wieder mit der Goldschmied-Bügelsäge abgesägt: Nach dem Feilen der Schnittflächen wäre jetzt eigentlich noch die Formung des Ringes mit dem so genannten Ring-Riegel drangekommen (damit kann man unrunde Ringe wieder richten), aber Matthias hatte noch etwas Anderes mit uns vor... Und zwar sollten wir innerhalb von einer Viertelstunde ein Raclette-Öfeli bauen, so dass wir dann Käse schmelzen konnten. Ich bin ja nicht so der Typ, der so auf die Schnelle eine Idee hat, und so schloss ich mich der Idee von zwei Kollegen an. Wir schnitten 7cm breite Streifen von einem Aluminiumblech ab. Danach habe ich mir die Mitte markiert, von jeder Seite der Mitte 4cm abgemessen und dort gebogen. Wie man sieht, musste ich noch diverse Dinge unterlegen, so dass meine Kerze (später fügte ich noch eine zweite hinzu) hoch genug lag. Nachdem der Käse verspeist war, ging es daran, das Design weiterzuentwickeln und mit Karton herzustellen. Ich passte nur die Höhe an, da mir das schlichte Design sehr gefiel. Mit Schülern würde man diese Aufgabe ein wenig einschränken, so dass man ihnen eine gewisse Materialauswahl vorgibt, was sie alles benützen dürfen.
Mein Auftrag für die kommende Woche ist mein Design weiterzuentwickeln und ein Kartonmodell zu bauen... Am Donnerstag war die neunte Veranstaltung. Zuerst schauten wir den Film mit Wigald Boning und Bernhard Hoëcker, in welchem sie eine volle Druckgasflasche mittels einer Guillotine köpften und sie in ein Haus rasen liessen: Anschliessend gab es Inputs zu den Flaschen: - Die Sauerstoffflasche ist gefährlicher als die Acetylenflasche, da sie einen Druck von 200 bar hat im Vergleich zu 15 bar beim Acetylen - Die Flaschen dürfen nur mit aufgeschraubter Stahlkappe transportiert werden Anschliessend gab uns Matthias einige Hinweise zum Umgang mit der Schweissanlage: 1) Sicherstellen, dass der Kugelhahn quer steht 2) Flammrückschlagventile sind in Schulen Vorschrift, und zwar vor den flexiblen Schläuchen! 3) richtigen Brenner wählen 4) Regel: "Von der Flasche nach aussen" 5) Sauerstoff: 2,5 bar, Acetylen 0,5 bar 6) Auslassventil bis zum Anschlag aufdrehen, dann 1/2 Umdrehung zurückdrehen 7) Kugelhahn öffnen 8) Pilotflamme anzünden 9) Die Einschlauchanlage (zum Weichlöten) läuft nicht über den Sparapparat. Danach gab's einen Film zum Thema Stahlherstellung: Vor allem die Vorgänge im Hochofen sind für uns wichtig. Hierbei empfahl uns Matthias das Buch: "Das Mammutbuch der Technik", wo die Vorgänge im Hochofen nochmals anschaulich dargestellt sind: Für die Schule wichtig: Stahl mit viel Kohlenstoff (Gusseisen) ist sehr spröde. Ein weiterer Zeitschrifttipp von Matthias: c't make: Sonderheft "Loslegen mit Metall" Weitere Tipps für die Schule: Wenn viel unbekannter Stahl herumliegt: Entweder entsorgen oder für Schweissübungen verwenden. Lieber wenig Stahl im Lager haben, dann aber gut beschriften. Chromstahl ist nicht magnetisch! Schwarzer Stahl hat eine Zunderschicht! Für Schule nur HSS-Werkzeuge verwenden und nur erste Qualität kaufen! Danach ging's ans Schmieden: Der Auftrag war aus einem Rundstab eine Spitze zu schmieden: Da ich mich selbst nicht fotografieren konnte, hier das Geburtstagskind Tom am Amboss ;-) Ein paar Hinweise noch zum Schmieden: - Rundstäbe entweder im Loch der Hebelschere abtrennen oder mit der Metallbandsäge absägen. - Spitze nicht im kalten Zustand bearbeiten - Zuerst einen Vierkant schmieden, Hammer relativ weit vorne halten, Hammer leicht schräg halten - Aus dem Oberarm schmieden, Hammer sollte von alleine wieder hoch kommen. - Zu zweit arbeiten lassen. Einer schlägt, der andere dreht. - Falls der Lehrer korrigieren muss, von hinten korrigieren, nur 90° drehen - lieber nochmals den Stahl wärmen, als zu kalt schmieden Sicherheitshinweise: - mit heissen Stäben nicht herumlaufen - bei Verbrennungen kühlen, mind. 20 min - Brandschutzdecke bereithalten - heizen immer über dem Stein Während Tom und ich noch am Schmieden waren, erzählte Matthias den Anderen noch einiges zum Bohren von Metall und wie man die Mitte der Scheibe findet, die schliesslich als "Teller" für einen Kerzenhalter dienen soll. Jon Andry hat mir freundlicherweise das Wichtigste in Kürze erklärt. Als nächstes habe ich also die Mitte der Stahlscheibe ausfindig gemacht, dort ein Loch gebohrt und den Rand noch mit dem Hammer bearbeitet: Schliesslich haben wir uns noch mit dem Gewindeschneiden auseinandergesetzt:
Normierungen: - Bolzen sind in Millimeterabständen erhältlich - Der Abstand zwischen zwei Rillen in einer Schraube heisst Steigung. Die Schraube bestimmt jeweils das Gewinde. M4 - Kernlochdurchmesser 3,3 mm M5 - Kernlochdurchmesser 4,2 mm ----------------------------------------------- M6 - Kernlochdurchmesser 5 mm ----------------------------------------------- M8 - Kernlochdurchmesser 6,8 mm M10 - Kernlochdurchmesser 8,5 mm - Fürs Innengewindeschneiden (bzw. -bohren) gibt es drei Schneideisen: Den Vorschneider (1 Ring), den Mittelschneider (2 Ringe) und den Fertigschneider (keinen Ring). - Problem: Die Schüler finden beim Schneiden nicht mehr den richtigen Gang. Deswegen Maschinengewindeschneider verwenden. Den kann man in einem Durchgang verwenden :-). - Immer Lappen auf den Boden und Schneideöl verwenden! - Für Aussengewinde gibt es nur einen Schneider. Regel: Eins, Zwei und Zurück, ... (zum Span brechen). - Tipp für die Arbeit mit Lampen: Die Lampengewinde sind in der Schweiz genormt: M10x1 Bevor wir die Veranstaltung mit einer Hopfenkaltschale ausklingen liessen (Danke, Tom!) versuchte ich mein allererstes Gewinde auf den Spitz zu schneiden. Hier stellte sich heraus, dass ich mir beim Schmieden ein bisschen mehr Zeit hätte lassen sollen, denn dort wo das Gewinde hin kam, war mein Stab eher noch viereckig und so griff das Schneideisen teilweise ins Leere. Das mit dem Gewinde war mir aber zum Zeitpunkt des Schmiedens noch nicht klar, aber naja, die 8er Mutter ging problemlos drauf. Passt also ;-) Hier mein Ergebnis: Gestern war die achte Veranstaltung. Zu Beginn haben wir unsere Designs für den Sandguss angeschaut und diskutiert. Danach gab es einen Input, wie man diesen Designprozess mit Schülern durchlaufen könnte: - Zuerst lässt man die Schüler einige Ideen skizzieren, die aus ihrer Lebenswelt kommen. Dabei soll auf die Zeichenfähigkeiten der Schüler Rücksicht genommen werden und diese "Skills" weiterentwickelt werden (z.B. Ellbogen oder Handgelenk als Auflagepunkte für Rundungen einsetzen). - Danach bespricht man die Entwürfe und lässt die Schüler Punkte setzen, welche Designs ihnen am besten gefallen. Je nachdem wo die Punkte gesetzt wurden, ergibt sich dann ein Gespräch, warum man die Punkte wo gesetzt hat oder warum es vielleicht eine Diskrepanz zwischen der eigenen Einschätzung und der Einschätzung der anderen gegeben hat. - Anschliessend wird das ausgewählte Motiv weiterentwickelt. Dabei können unterschiedliche Dinge zur Anwendung kommen: Vereinfachungen, Abstraktion, Verzerrung, Überlagerung,... - Bei der Auswahl des Motivs müssen auch technische Bedingungen erfüllt werden: Ist das Motiv überhaupt giessbar? Wie bekomme ich das Original aus dem Sandbett heraus (7°-Regel)? Vermeiden von scharfen Kanten, um Giessfehler zu umgehen, Berücksichtigung des Zusammenziehen des Metalls beim Erkalten etc. - Ungünstige Motive sind Motive mit geraden Linien, mit kreisrunden Elementen oder auch symmetrische Motive, da jeder kleinste Fehler sofort ins Auge sticht. - WICHTIG: Das fertige Motiv spiegelverkehrt auf das Trägerholz aufkleben (vor allem bei Schriften wichtig)! Bei meinen acht Motiven war das einzige, das diese Kriterien einigermassen erfüllte, die Fender Stratocaster. Zuerst wollte ich das Pickguard noch ausschneiden, das war mir dann aber am Ende doch zu frickelig und im Rahmen der Vereinfachung liess ich es dann sein. Hier mein fertiges Original: Anschliessend ging es ans Einsanden. Wenn man das mit den Schülern macht, gilt es folgendes zu beachten: - Zuerst die Form ohne die Stahlwinkel mit speziellem, ölhaltigem Abformsand füllen, mit Gummihammer(!) komprimieren. Wenn die Form voll ist, mit einem Metallröhrchen die Oberkante der Form entlangfahren, so dass sich eine komplett plane Fläche ergibt. - Dann die Fläche mit Baby-Puder bepinseln, so dass die Form später leichter herausgeht. - Form auflegen, zweite Stahlform aufsetzen und dann zuerst mit durchgesiebtem, später dann mit ungesiebtem Sand auffüllen. Komprimieren. Mit Röhrchen abziehen. - Dann die beiden Formteile auseinandernehmen, Original entfernen mit dem Staubsaugertrick (ein Schüler hält den Staubsaugerschlauch an das Holzplättchen und der andere schaltet dann den Sauger ein). - Anschliessend auf der Oberen Seite einen Einfüllkegel und mehrere Steiglöcher einbringen. Beim anschliessenden Giessen gilt es neben der korrekten Bedienung des Brenners (was in einer weiteren Veranstaltung Thema sein wird) Folgendes zu beachten: - Löschdecken/Feuerlöscher in der Nähe behalten. - Sollten die Haare einer Schülerin oder eines Schülers in Brand geraten, sofort das Gesicht der Schülerin/des Schülers an die eigene Brust drücken, Arme um den Kopf legen und versuchen den Brand mit den Händen zu "löschen". Es ist keine Zeit vorhanden, um eine Löschdecke zu holen. Das Gesicht des Schülers/der Schülerin wäre lebenslang entstellt. - Bei Verbrennungen 20 Minuten (!) unter laufendem Wasserhahn kühlen. - Schutzbrille (verdunkelt) und Schürze tragen! - Zinn-Anteil: Zwischen 10 und 20% des Kupferanteils: Ich hatte 60g Kupfer und 10g Zinn genommen. - Phosphor-"Brösmeli" hinzufügen, um bessere Fliesseigenschaften zu erzielen. - Zinn-Stangen ohne Bleizusatz verwenden! - Auf Borax-Zusatz kann verzichtet werden (giftig)! - Historische Aspekte in den Unterricht einfliessen lassen (Geschichte des Bronzegiessens). - Schmelztiegelzange durch Anschweissen von Zapfen modifizieren, so dass die Schmelzform nicht aus der Zange kippen kann. - Ein Schüler fungiert als Heizer, der andere Schüler führt den Schmelztiegel und giesst die flüssige Bronze in die Form. Beim Giessen darauf achten, dass zügig eingefüllt wird. Nach der Erstarrungsphase Form trennen, in Wasserbehälter schwenken und dort abkühlen lassen. Hier mein Guss-Ergebnis: Zwischendurch erzählte uns Matthias noch von Lehrern/Ausbildnern, die ihre Schüler gerne geplagt haben mit stundenlangen Feil- bzw. Schleifaufträgen (z.B. rechte Winkel oder plane Flächen schleifen). Dies sei unbedingt zu unterlassen. Dies untermauerte er mit der wichtigsten Aussage dieser Veranstaltung, mit der ich hier auch schliessen möchte: "Feilen ist den Schülern gestohlene Lebenszeit!"
Nächste Woche wird geschmiedet... ich bin gespannt :-) Diese Woche habe ich zuerst einmal alle Dokumente aus dem ILIAS ausgedruckt und in Ordnern abgelegt. Insgesamt gab es vier Ordner, drei davon sind allerdings Bücher, welche nicht mehr zu kaufen sind. Dann habe ich mich an die "Hausaufgaben" gemacht. Wir sollten uns zum Thema Kupfer informieren. Hierzu habe ich die entsprechenden Dokumente aus dem ILIAS gelesen. Schon interessant, was es zu den einzelnen Materialien alles zu lernen gibt. Welches Metall hat welche Eigenschaften? Kupfer wird z.B. hart, wenn man es mit dem Hammer bearbeitet, da sich die inneren Strukturen ausrichten. Durch Erhitzen kann man dann diese Struktur wieder durcheinander bringen, so dass es sich wieder leichter verformen lässt. Ausserdem habe ich mir die ganzen Videos auf ILIAS angeschaut und mich mit den Anlagen zum Löten/Schweissen auseinandergesetzt. Da gibt es einiges zu lernen, vor allem das Handling der Anlagen interessiert mich, denn später muss ich die Anlagen einstellen und auch warten können. Weiterhin habe ich noch meine acht Designs erstellt, von denen wir eines in der kommenden Veranstaltung zu einem Brandstempel giessen werden. Da bin ich sehr gespannt darauf. Was leider auch noch in dieser Woche passiert ist, hat nichts mit meinem Studium zu tun, hat mich aber persönlich hart getroffen. Und zwar habe ich gestern von meiner Mutter erfahren, dass mein Vater gestern früh gestorben ist. Letztendlich hat er seinen zweiten oder dritten Herzinfarkt nicht überlebt. Er ist nur 71 Jahre alt geworden :-(
Vielleicht kann ich mich durchs Werken an der heutigen achten Veranstaltung ein wenig ablenken. Mal schauen... Gestern war die siebte Veranstaltung und gleichzeitig die erste Veranstaltung im Technischen Gestalten. Matthias Schraner zeigte uns zuerst die Räumlichkeiten fürs Holz- und Metallwerken. Danach ging es um Organisatorisches wie Dokumente im ILIAS und Literatur etc. Anschliessend ging es dann gleich los mit dem Thema Kupfer. Wir überlegten zuerst wo überall Kupfer in einem Haus benötigt wird. Wir kamen auf folgende Bereiche: Kupferleitungen in Kabeln (entweder massiv oder als Litzen) Dachrinnen oder allgemein im Baubereich (Bauspengler) Kessel Küchengeräte wie z.B. Kellen selten noch Kupferleitungen (Gas (Niederdruck), kaum mehr Wasser) Schmuck in Legierungen Anschliessend ging es dann ans erste Werkstück. Wir sollten aus einem Stück Kupferblech eine Schale herstellen. Hierzu haben wir zuerst die Mitte des Blechs ausfindig gemacht und mit dem Stahlzirkel einen Kreis eingeritzt. Anschliessend wurden mit der Hebelschere die Ecken abgetrennt und dann mit der Handblechschere der Kreis ausgeschnitten. Anschliessend begannen wir mit dem Treibhammer und der oben sichtbaren Bleimulde das Kupfer zu treiben, sprich das Kupfermaterial so zu klopfen, dass daraus eine Kupferschale wird. Das hat richtig Spass gemacht zu sehen, wie aus etwas 2-dimensionalem etwas 3-dimensionales wird. Hier mein Ergebnis nach dem Treiben mit dem Treibhammer. Der nächste Schritt bestand darin, die groben Dellen vom Treibhammer mit einem Polierhammer von der Rückseite aus herauszuklopfen. Hierzu wird ein Werkzeug mit dem sensationellen Namen "Hakenrillenfaust" in den Schraubstock eingespannt. Dann hält man die Schale mit der Öffnung nach unten auf die Faust und klopft von oben mit dem leichten Polierhammer die Unebenheiten heraus. Wenn man es gut hinbekommt, fängt das Kupfer wieder an zu glänzen. Hier mein Ergebnis: Nachdem die Schale soweit fertig war, gings sofort ans nächste Projekt. Nächste Woche wollen wir einen Brandstempel aus Bronze in Sand giessen. Da es dafür eine stabile Form braucht bekam jeder von uns zwei Stahlteile, welche wir dann erst einmal mit einer Feile entgraten durften, so dass man sich nicht gleich die Finger daran aufschneidet. Danach haben wir zwei Winkelstücke abgesägt, die dann anschliessend an eines der beiden quadratischen Stücke angeschweisst werden sollten. Ich habe das Schweissen ganz am Schluss noch erledigt (zum ersten Mal in meinem Leben geschweisst, YEAH!), aber vor lauter Freude vergessen ein Foto zu machen. Das liefere ich nächste Woche noch nach.
Alles in Allem war es eine coole erste Veranstaltung, und ich habe schon wieder einiges dazulernen dürfen. Gerade im Bereich Metallbearbeitung bin ich ein absoluter Anfänger. Ich freue mich schon auf die nächste Woche. Gestern war die sechste und damit letzte textile Veranstaltung. Im wesentlichen wurden die Leistungsnachweise präsentiert. Es war interessant, wie unterschiedlich die Leute arbeiten. Manche haben sich einfach vorne hingestellt und haben ohne Präsentation am Beamer einfach ein wenig erzählt, andere haben sich viel genauer an die im Wochenauftrag formulierten Aufgaben gehalten und sind alles minutiös durchgegangen. Ich gehöre definitiv in die zweite Gruppe. Aber das passt auch so für mich, obwohl es deutlich mehr Arbeit bedeutet.
Nach den Präsentationen gab es noch Input zum didaktischen Transfer in Bezug auf den Lehrplan. Konkret lernten wir verschiedene Planungsmuster kennen, mit denen wir unseren Unterricht im Bezug auf die im Lehrplan und im Designprozess formulierten Kompetenzen planen können. Zum Abschluss formulierten wir in kleinen Gruppen zu einem vorgegebenen Unterrichtsthema Unterrichtsideen zu den einzelnen Kompetenzbereichen. In einer letzten Übung formulierten wir dann noch konkrete Aufgabenstellungen an die Schüler. Hier stellte sich heraus, dass das Formulieren von guten Aufgaben doch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Als wir dann alles erledigt hatten, haben wir noch an der Therabierbar auf den Abschluss des textilen Teils angestossen :-). Da in der kommenden Woche keine Aufgaben mehr anstehen, melde ich mich erst kommenden Freitag wieder, wenn wir die erste technische Veranstaltung hatten. Bis dann :-) |
AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv |