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Achte Veranstaltung 25.11.2021

26/11/2021

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Gestern war die achte Veranstaltung. Zu Beginn haben wir unsere Designs für den Sandguss angeschaut und diskutiert. Danach gab es einen Input, wie man diesen Designprozess mit Schülern durchlaufen könnte:

- Zuerst lässt man die Schüler einige Ideen skizzieren, die aus ihrer Lebenswelt kommen. Dabei soll auf die Zeichenfähigkeiten der Schüler Rücksicht genommen werden und diese "Skills" weiterentwickelt werden (z.B. Ellbogen oder Handgelenk als Auflagepunkte für Rundungen einsetzen).
- Danach bespricht man die Entwürfe und lässt die Schüler Punkte setzen, welche Designs ihnen am besten gefallen. Je nachdem wo die Punkte gesetzt wurden, ergibt sich dann ein Gespräch, warum man die Punkte wo gesetzt hat oder warum es vielleicht eine Diskrepanz zwischen der eigenen Einschätzung und der Einschätzung der anderen gegeben hat.
- Anschliessend wird das ausgewählte Motiv weiterentwickelt. Dabei können unterschiedliche Dinge zur Anwendung kommen: Vereinfachungen, Abstraktion, Verzerrung, Überlagerung,...
- Bei der Auswahl des Motivs müssen auch technische Bedingungen erfüllt werden: Ist das Motiv überhaupt giessbar? Wie bekomme ich das Original aus dem Sandbett heraus (7°-Regel)? Vermeiden von scharfen Kanten, um Giessfehler zu umgehen, Berücksichtigung des Zusammenziehen des Metalls beim Erkalten etc.
- Ungünstige Motive sind Motive mit geraden Linien, mit kreisrunden Elementen oder auch symmetrische Motive, da jeder kleinste Fehler sofort ins Auge sticht.
- WICHTIG: Das fertige Motiv spiegelverkehrt auf das Trägerholz aufkleben (vor allem bei Schriften wichtig)!


Bei meinen acht Motiven war das einzige, das diese Kriterien einigermassen erfüllte, die Fender Stratocaster. Zuerst wollte ich das Pickguard noch ausschneiden, das war mir dann aber am Ende doch zu frickelig und im Rahmen der Vereinfachung liess ich es dann sein. Hier mein fertiges Original:
Bild
Anschliessend ging es ans Einsanden. Wenn man das mit den Schülern macht, gilt es folgendes zu beachten:

- Zuerst die Form ohne die Stahlwinkel mit speziellem, ölhaltigem Abformsand füllen, mit Gummihammer(!) komprimieren. Wenn die Form voll ist, mit einem Metallröhrchen die Oberkante der Form entlangfahren, so dass sich eine komplett plane Fläche ergibt.
- Dann die Fläche mit Baby-Puder bepinseln, so dass die Form später leichter herausgeht.
- Form auflegen, zweite Stahlform aufsetzen und dann zuerst mit durchgesiebtem, später dann mit ungesiebtem Sand auffüllen. Komprimieren. Mit Röhrchen abziehen.
-  Dann die beiden Formteile auseinandernehmen, Original entfernen mit dem Staubsaugertrick (ein Schüler hält den Staubsaugerschlauch an das Holzplättchen und der andere schaltet dann den Sauger ein).
- Anschliessend auf der Oberen Seite einen Einfüllkegel und mehrere Steiglöcher einbringen.
Beim anschliessenden Giessen gilt es neben der korrekten Bedienung des Brenners (was in einer weiteren Veranstaltung Thema sein wird) Folgendes zu beachten:

- Löschdecken/Feuerlöscher in der Nähe behalten.
- Sollten die Haare einer Schülerin oder eines Schülers in Brand geraten, sofort das Gesicht der Schülerin/des Schülers an die eigene Brust drücken, Arme um den Kopf legen und versuchen den Brand mit den Händen zu "löschen". Es ist keine Zeit vorhanden, um eine Löschdecke zu holen. Das Gesicht des Schülers/der Schülerin wäre lebenslang entstellt.
- Bei Verbrennungen 20 Minuten (!)  unter laufendem Wasserhahn kühlen.
- Schutzbrille (verdunkelt) und Schürze tragen! 
- Zinn-Anteil: Zwischen 10 und 20% des Kupferanteils: Ich hatte 60g Kupfer und 10g Zinn genommen.

- Phosphor-"Brösmeli" hinzufügen, um bessere Fliesseigenschaften zu erzielen.
- Zinn-Stangen ohne Bleizusatz verwenden!
- Auf Borax-Zusatz kann verzichtet werden (giftig)!
​- Historische Aspekte in den Unterricht einfliessen lassen (Geschichte des Bronzegiessens).

- Schmelztiegelzange durch Anschweissen von Zapfen modifizieren, so dass die Schmelzform nicht aus der Zange kippen kann.
- Ein Schüler fungiert als Heizer, der andere Schüler führt den Schmelztiegel und giesst die flüssige Bronze in die Form. Beim Giessen darauf achten, dass zügig eingefüllt wird. Nach der Erstarrungsphase Form trennen,  in Wasserbehälter schwenken und dort abkühlen lassen.

​Hier mein Guss-Ergebnis:
Zwischendurch erzählte uns Matthias noch von Lehrern/Ausbildnern, die ihre Schüler gerne geplagt haben mit stundenlangen Feil- bzw. Schleifaufträgen (z.B. rechte Winkel oder plane Flächen schleifen). Dies sei unbedingt zu unterlassen. Dies untermauerte er mit der wichtigsten Aussage dieser Veranstaltung, mit der ich hier auch schliessen möchte: "Feilen ist den Schülern gestohlene Lebenszeit!"

Nächste Woche wird geschmiedet... ich bin gespannt :-)
1 Comment
Nathan Rice link
2/11/2022 19:41:40

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    Autor

    Matthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. 

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