|
Gestern war die achte Veranstaltung. Zu Beginn haben wir unsere Designs für den Sandguss angeschaut und diskutiert. Danach gab es einen Input, wie man diesen Designprozess mit Schülern durchlaufen könnte: - Zuerst lässt man die Schüler einige Ideen skizzieren, die aus ihrer Lebenswelt kommen. Dabei soll auf die Zeichenfähigkeiten der Schüler Rücksicht genommen werden und diese "Skills" weiterentwickelt werden (z.B. Ellbogen oder Handgelenk als Auflagepunkte für Rundungen einsetzen). - Danach bespricht man die Entwürfe und lässt die Schüler Punkte setzen, welche Designs ihnen am besten gefallen. Je nachdem wo die Punkte gesetzt wurden, ergibt sich dann ein Gespräch, warum man die Punkte wo gesetzt hat oder warum es vielleicht eine Diskrepanz zwischen der eigenen Einschätzung und der Einschätzung der anderen gegeben hat. - Anschliessend wird das ausgewählte Motiv weiterentwickelt. Dabei können unterschiedliche Dinge zur Anwendung kommen: Vereinfachungen, Abstraktion, Verzerrung, Überlagerung,... - Bei der Auswahl des Motivs müssen auch technische Bedingungen erfüllt werden: Ist das Motiv überhaupt giessbar? Wie bekomme ich das Original aus dem Sandbett heraus (7°-Regel)? Vermeiden von scharfen Kanten, um Giessfehler zu umgehen, Berücksichtigung des Zusammenziehen des Metalls beim Erkalten etc. - Ungünstige Motive sind Motive mit geraden Linien, mit kreisrunden Elementen oder auch symmetrische Motive, da jeder kleinste Fehler sofort ins Auge sticht. - WICHTIG: Das fertige Motiv spiegelverkehrt auf das Trägerholz aufkleben (vor allem bei Schriften wichtig)! Bei meinen acht Motiven war das einzige, das diese Kriterien einigermassen erfüllte, die Fender Stratocaster. Zuerst wollte ich das Pickguard noch ausschneiden, das war mir dann aber am Ende doch zu frickelig und im Rahmen der Vereinfachung liess ich es dann sein. Hier mein fertiges Original: Anschliessend ging es ans Einsanden. Wenn man das mit den Schülern macht, gilt es folgendes zu beachten: - Zuerst die Form ohne die Stahlwinkel mit speziellem, ölhaltigem Abformsand füllen, mit Gummihammer(!) komprimieren. Wenn die Form voll ist, mit einem Metallröhrchen die Oberkante der Form entlangfahren, so dass sich eine komplett plane Fläche ergibt. - Dann die Fläche mit Baby-Puder bepinseln, so dass die Form später leichter herausgeht. - Form auflegen, zweite Stahlform aufsetzen und dann zuerst mit durchgesiebtem, später dann mit ungesiebtem Sand auffüllen. Komprimieren. Mit Röhrchen abziehen. - Dann die beiden Formteile auseinandernehmen, Original entfernen mit dem Staubsaugertrick (ein Schüler hält den Staubsaugerschlauch an das Holzplättchen und der andere schaltet dann den Sauger ein). - Anschliessend auf der Oberen Seite einen Einfüllkegel und mehrere Steiglöcher einbringen. Beim anschliessenden Giessen gilt es neben der korrekten Bedienung des Brenners (was in einer weiteren Veranstaltung Thema sein wird) Folgendes zu beachten: - Löschdecken/Feuerlöscher in der Nähe behalten. - Sollten die Haare einer Schülerin oder eines Schülers in Brand geraten, sofort das Gesicht der Schülerin/des Schülers an die eigene Brust drücken, Arme um den Kopf legen und versuchen den Brand mit den Händen zu "löschen". Es ist keine Zeit vorhanden, um eine Löschdecke zu holen. Das Gesicht des Schülers/der Schülerin wäre lebenslang entstellt. - Bei Verbrennungen 20 Minuten (!) unter laufendem Wasserhahn kühlen. - Schutzbrille (verdunkelt) und Schürze tragen! - Zinn-Anteil: Zwischen 10 und 20% des Kupferanteils: Ich hatte 60g Kupfer und 10g Zinn genommen. - Phosphor-"Brösmeli" hinzufügen, um bessere Fliesseigenschaften zu erzielen. - Zinn-Stangen ohne Bleizusatz verwenden! - Auf Borax-Zusatz kann verzichtet werden (giftig)! - Historische Aspekte in den Unterricht einfliessen lassen (Geschichte des Bronzegiessens). - Schmelztiegelzange durch Anschweissen von Zapfen modifizieren, so dass die Schmelzform nicht aus der Zange kippen kann. - Ein Schüler fungiert als Heizer, der andere Schüler führt den Schmelztiegel und giesst die flüssige Bronze in die Form. Beim Giessen darauf achten, dass zügig eingefüllt wird. Nach der Erstarrungsphase Form trennen, in Wasserbehälter schwenken und dort abkühlen lassen. Hier mein Guss-Ergebnis: Zwischendurch erzählte uns Matthias noch von Lehrern/Ausbildnern, die ihre Schüler gerne geplagt haben mit stundenlangen Feil- bzw. Schleifaufträgen (z.B. rechte Winkel oder plane Flächen schleifen). Dies sei unbedingt zu unterlassen. Dies untermauerte er mit der wichtigsten Aussage dieser Veranstaltung, mit der ich hier auch schliessen möchte: "Feilen ist den Schülern gestohlene Lebenszeit!"
Nächste Woche wird geschmiedet... ich bin gespannt :-)
1 Comment
Diese Woche habe ich zuerst einmal alle Dokumente aus dem ILIAS ausgedruckt und in Ordnern abgelegt. Insgesamt gab es vier Ordner, drei davon sind allerdings Bücher, welche nicht mehr zu kaufen sind. Dann habe ich mich an die "Hausaufgaben" gemacht. Wir sollten uns zum Thema Kupfer informieren. Hierzu habe ich die entsprechenden Dokumente aus dem ILIAS gelesen. Schon interessant, was es zu den einzelnen Materialien alles zu lernen gibt. Welches Metall hat welche Eigenschaften? Kupfer wird z.B. hart, wenn man es mit dem Hammer bearbeitet, da sich die inneren Strukturen ausrichten. Durch Erhitzen kann man dann diese Struktur wieder durcheinander bringen, so dass es sich wieder leichter verformen lässt. Ausserdem habe ich mir die ganzen Videos auf ILIAS angeschaut und mich mit den Anlagen zum Löten/Schweissen auseinandergesetzt. Da gibt es einiges zu lernen, vor allem das Handling der Anlagen interessiert mich, denn später muss ich die Anlagen einstellen und auch warten können. Weiterhin habe ich noch meine acht Designs erstellt, von denen wir eines in der kommenden Veranstaltung zu einem Brandstempel giessen werden. Da bin ich sehr gespannt darauf. Was leider auch noch in dieser Woche passiert ist, hat nichts mit meinem Studium zu tun, hat mich aber persönlich hart getroffen. Und zwar habe ich gestern von meiner Mutter erfahren, dass mein Vater gestern früh gestorben ist. Letztendlich hat er seinen zweiten oder dritten Herzinfarkt nicht überlebt. Er ist nur 71 Jahre alt geworden :-(
Vielleicht kann ich mich durchs Werken an der heutigen achten Veranstaltung ein wenig ablenken. Mal schauen... Gestern war die siebte Veranstaltung und gleichzeitig die erste Veranstaltung im Technischen Gestalten. Matthias Schraner zeigte uns zuerst die Räumlichkeiten fürs Holz- und Metallwerken. Danach ging es um Organisatorisches wie Dokumente im ILIAS und Literatur etc. Anschliessend ging es dann gleich los mit dem Thema Kupfer. Wir überlegten zuerst wo überall Kupfer in einem Haus benötigt wird. Wir kamen auf folgende Bereiche: Kupferleitungen in Kabeln (entweder massiv oder als Litzen) Dachrinnen oder allgemein im Baubereich (Bauspengler) Kessel Küchengeräte wie z.B. Kellen selten noch Kupferleitungen (Gas (Niederdruck), kaum mehr Wasser) Schmuck in Legierungen Anschliessend ging es dann ans erste Werkstück. Wir sollten aus einem Stück Kupferblech eine Schale herstellen. Hierzu haben wir zuerst die Mitte des Blechs ausfindig gemacht und mit dem Stahlzirkel einen Kreis eingeritzt. Anschliessend wurden mit der Hebelschere die Ecken abgetrennt und dann mit der Handblechschere der Kreis ausgeschnitten. Anschliessend begannen wir mit dem Treibhammer und der oben sichtbaren Bleimulde das Kupfer zu treiben, sprich das Kupfermaterial so zu klopfen, dass daraus eine Kupferschale wird. Das hat richtig Spass gemacht zu sehen, wie aus etwas 2-dimensionalem etwas 3-dimensionales wird. Hier mein Ergebnis nach dem Treiben mit dem Treibhammer. Der nächste Schritt bestand darin, die groben Dellen vom Treibhammer mit einem Polierhammer von der Rückseite aus herauszuklopfen. Hierzu wird ein Werkzeug mit dem sensationellen Namen "Hakenrillenfaust" in den Schraubstock eingespannt. Dann hält man die Schale mit der Öffnung nach unten auf die Faust und klopft von oben mit dem leichten Polierhammer die Unebenheiten heraus. Wenn man es gut hinbekommt, fängt das Kupfer wieder an zu glänzen. Hier mein Ergebnis: Nachdem die Schale soweit fertig war, gings sofort ans nächste Projekt. Nächste Woche wollen wir einen Brandstempel aus Bronze in Sand giessen. Da es dafür eine stabile Form braucht bekam jeder von uns zwei Stahlteile, welche wir dann erst einmal mit einer Feile entgraten durften, so dass man sich nicht gleich die Finger daran aufschneidet. Danach haben wir zwei Winkelstücke abgesägt, die dann anschliessend an eines der beiden quadratischen Stücke angeschweisst werden sollten. Ich habe das Schweissen ganz am Schluss noch erledigt (zum ersten Mal in meinem Leben geschweisst, YEAH!), aber vor lauter Freude vergessen ein Foto zu machen. Das liefere ich nächste Woche noch nach.
Alles in Allem war es eine coole erste Veranstaltung, und ich habe schon wieder einiges dazulernen dürfen. Gerade im Bereich Metallbearbeitung bin ich ein absoluter Anfänger. Ich freue mich schon auf die nächste Woche. Gestern war die sechste und damit letzte textile Veranstaltung. Im wesentlichen wurden die Leistungsnachweise präsentiert. Es war interessant, wie unterschiedlich die Leute arbeiten. Manche haben sich einfach vorne hingestellt und haben ohne Präsentation am Beamer einfach ein wenig erzählt, andere haben sich viel genauer an die im Wochenauftrag formulierten Aufgaben gehalten und sind alles minutiös durchgegangen. Ich gehöre definitiv in die zweite Gruppe. Aber das passt auch so für mich, obwohl es deutlich mehr Arbeit bedeutet.
Nach den Präsentationen gab es noch Input zum didaktischen Transfer in Bezug auf den Lehrplan. Konkret lernten wir verschiedene Planungsmuster kennen, mit denen wir unseren Unterricht im Bezug auf die im Lehrplan und im Designprozess formulierten Kompetenzen planen können. Zum Abschluss formulierten wir in kleinen Gruppen zu einem vorgegebenen Unterrichtsthema Unterrichtsideen zu den einzelnen Kompetenzbereichen. In einer letzten Übung formulierten wir dann noch konkrete Aufgabenstellungen an die Schüler. Hier stellte sich heraus, dass das Formulieren von guten Aufgaben doch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Als wir dann alles erledigt hatten, haben wir noch an der Therabierbar auf den Abschluss des textilen Teils angestossen :-). Da in der kommenden Woche keine Aufgaben mehr anstehen, melde ich mich erst kommenden Freitag wieder, wenn wir die erste technische Veranstaltung hatten. Bis dann :-) In dieser Woche habe ich zuerst Fotos gemacht. Eine Aufgabe besteht ja darin, das erstellte Produkt in Szene zu setzen. Da ich für mein Etui ja ein herbstliches Motte gewählt hatte, war meine erste Idee, mein Etui inmitten von roten und gelben Laubblättern abzulichten. Mittlerweile war es aber recht schwierig rote Blätter zu finden. Per Velo bin ich also herum gefahren und suchte kurz vor Sonnenuntergang (also in der so genannten "Golden Hour") schön beleuchtete rote und gelbe Bäume: Hier mal zwei der Bilder, die ich gemacht habe: Beim Bild mit den gelben Blättern war die Sonne leider gerade schon weg, und beim Bild mit den roten Blättern gefiel mir nicht, dass die Äste Schatten auf das Etui warfen. Also probierte ich noch eine dritte Idee aus. Ich sammelte im Umfeld meiner Schule Laubblätter. Erfreulicherweise hatte ein Ahornbaum rötliche, gelbe und bereits braune Blätter. Also pflückte ich ein paar Exemplare und drapierte sie in meinem Schulzimmer auf einem Tisch. Eins der dabei entstandenen Fotos gefiel mir dabei sehr gut, da in ihm die Farben aus dem Etui sehr gut in den Laubblättern abgebildet sind. Dieses Foto wählte ich dann aus und erkor es zu meinem "inszenierten Foto": Danach habe ich meine Dokumentation zum Leistungsnachweis weitergeschrieben. Bis auf die Reflexion, die wir aber auch noch bis Januar abgeben können, bin ich soweit fertig geworden. Dann habe ich für die Präsentation am kommenden Donnerstag noch eine PowerPoint-Präsentation erstellt, in welcher ich meinen Design-Prozess, mein inszeniertes Foto und ein paar Anmerkungen zu meiner Art der Dokumentation (gesamte Veranstaltung im Blog, Leistungsnachweis in Word) festgehalten habe. Um den Herstellungsprozess darzulegen habe ich dann noch ein Video geschnitten. Sowas hatte ich zuvor noch nie gemacht. Aus den Videos vom letzten Donnerstag und den Bildern vom Herstellungsprozess (siehe letzter Blog-Eintrag), habe ich ein einziges Video gemacht, auf dem Handy. Das ging erstaunlich einfach, und ich habe schon wieder was Neues gelernt. Benutzt habe ich dafür die Handy-App "YouCut": Dann bin ich mal gespannt, wie das am Donnerstag läuft. Obwohl ich als Lehrer jeden Tag vor Schülern stehe, fällt es mir nach wie vor schwer vor Erwachsenengruppen zu reden, aber das geht ja vielen so... Es hängt vor allem damit zusammen, dass ich nicht in meinem ursprünglichen schwäbischen Dialekt reden kann bzw. sollte (sonsch verschtohts jo koiner ;-)). Schwyzerdütsch geht nicht wirklich, Hochdeutsch auch nicht. Es wird also mal wieder ne Mischung aus Allem... super... das kann ja heiter werden ;-)
Ich sage nur: Am Donnerstag war die fünfte Veranstaltung und ich startete mit der Produktion meines Etuis. Zuerst schnitt ich die Teile aus dem Stoff aus. Ich wollte einmal den Rollcutter ausprobieren, und nachdem ich gecheckt hatte, dass es da einen Klingenschutz gibt, den man wegschieben muss, gings dann auch ganz gut 😉. Beim Rollcutter muss man gut aufpassen, dass das Lineal nicht verrutscht, sonst schneidet man in den Stoff hinein. Gott sei Dank ist mir das Lineal nach aussen verrutscht und nicht nach innen. Nach dem Aussschneiden war klar, dass ich die Lasche aus einem anderen Material machen musste, da der Stoff zu arg ausfranst. Deswegen habe ich im Lager geschaut und ein elastisches Band in der richtigen Breite gefunden. Dieses leider etwas zu dicke Band sollte mir später noch Probleme bereiten. Anschliessend gings ans Versäubern des Stoffes, damit er nicht ausfranst. Dies machte ich mit einem Zickzackstich. Das ging ganz gut, allerdings zieht der Zickzackstich immer ein wenig nach innen, so dass die Form nicht mehr ganz so rechteckig war wie am Anfang. Nach dem Versäubern gab es den zweiten Teil von Katrins Vortrag zur Materialkunde. Nachdem es vergangene Woche um die Fasern ging, erzählte sie heute, wie die Fasern zu Garnen und schliesslich zu textilen Flächen verarbeitet werden. Es ist schon toll, dass wir mit Katrin eine Expertin auf diesem Gebiet in unserer Gruppe haben 😊. Nach Katrins Vortrag gings dann weiter mit Produzieren: Die Reissverschlüsse mussten angenäht werden. Dies gelang mir noch ganz gut, aber hier verrutschte mir bereits der Stoff beim gelben Reissverschluss. Das Verrutschen sollte später nochmals ein Thema werden. Im Nachhinein hätte ich vielleicht das ganze Etui mit dem Teflonfüsschen nähen sollen, aber hinterher ist man immer schlau… Anschliessend habe ich den Schieber eingezogen und dann die Seitennähte verschlossen. Auch das ging noch ganz gut. Allerdings stellte sich am Schluss heraus, dass sich auf der Seite, wo ich die Halteschlaufe eingenäht hatte, die Schlaufe während dem Nähen verschoben hat, vermutlich weil alles so dick war und ich "den Berg hinauf" nähen musste... :-(. Beim nächsten Mal würde ich in der Mitte anfangen und dann jeweils "hinunter" nähen. Ausserdem habe ich vergessen an den Reissverschlussenden ein paar Mal hin und her drüber zu nähen, um die Naht zu stabilisieren. So doof... Dies konnte ich aber noch einigermassen ausbessern, wobei ich die ganzen Stofflagen kaum unter das Nähfüsschen bekommen habe (die arme Maschine...). Nach dem Verschliessen der Seitennähte kam dann das Abnähen der Kanten. Dies gestaltete sich schwieriger als erhofft, denn der Stoff war deutlich dicker als beim Prototyp und der Abstand zum Reissverschluss war doch ziemlich eng. Ich hatte deswegen Mühe, genügend Nahtzugabe einzuhalten. Nach dem Verstürzen war dann auch noch eine Kante deutlich kürzer als die andere, so dass ich dort auch nochmals drüber musste. Naja, irgendwie habe ich es dann noch einigermassen hinbekommen. Aber zufrieden war ich eigentlich nicht. Andererseits bin ich selten zufrieden mit meiner Arbeit. Ich will halt immer alles perfekt machen. Aber manchmal klappt's dann halt doch nicht so ganz. Naja... In der kommenden Woche geht es jetzt darum, das Etui noch zu inszenieren, die Präsentation vorzubereiten und die Reflexion zu schreiben. Es wird also nicht langweilig. Immerhin gilt mein Blog hier als Arbeitsjournal und ich muss dies nicht doppelt schreiben. Da bin ich froh :-).
Diese Woche habe ich immer mal wieder an meinem Leistungsnachweis herumgewerkelt. Der Designprozess ist soweit abgeschlossen. Jetzt geht es dann an die Produktion. Darauf freue ich mich. Ich werde die Produktion in der fünften Veranstaltung machen, so dass ich auch mal was an der PHZH genäht habe und nicht alles zuhause. Manche glauben mir ja fast nicht, dass ich meinen Prototyp selber genäht habe, weil er anscheinend so schön geworden ist :-)
Ansonsten habe ich mich diese Woche eher meinem Beruf und meiner Gesundheit gewidmet: Gestern Abend war ich nach fast einjähriger Pause mal wieder im Taiji-Training. Das hat gut getan. Heute Abend habe ich auch noch begonnen eine PowerPoint Präsentation für die letzte Veranstaltung zu erstellen. Ich weiss gar nicht mehr wie lange es her ist, dass ich eine PowerPoint machen musste... zu meiner Studiumszeit gab's das noch gar nicht, und als Lehrer musste ich glaub erst einmal eine PowerPoint für einen Elternabend machen, und das ist auch schon wieder einige Jahre her... Naja, wie auch immer. Ich hatte noch die Idee, dass ich die Herstellung meines Etuis filmen könnte und es dann in einer Art Zeitrafferfilmchen laufen lassen könnte. Mal schauen. Meine Video-Editing-Skills sind quasi nicht-existent, aber vielleicht geben mir meine Söhne einen Crashkurs. Wozu hat man denn Kinder??? Am Donnerstag war die vierte textile Veranstaltung. Die meiste Zeit habe ich am schriftlichen Teil meines Leistungsnachweises gearbeitet. Ich habe versucht zu jedem Punkt im Dossier «Gut umhüllt» etwas zu schreiben und so Punkt für Punkt den Designprozess abzuarbeiten. Das ging meist gut, aber manchmal war mir dieses Gerüst dann zu starr bzw. es hat jetzt in meinem Fall einfach nicht gepasst, weil ich im Prozess anders vorgegangen bin.
Zwischendrin gab es einen interessanten Vortrag von Katrin, welche mit uns studiert. Sie hat viele Jahre in der Textilveredelung gearbeitet und kennt wahrscheinlich jede Faser auf diesem Planeten mit Vornamen 😉. Sie erzählte uns viel über den inneren Aufbau von Fasern, speziell von chemischen Fasern. Chemische Fasern besitzen den Vorteil, dass man sie genauso produzieren kann, wie man sie haben will. Je nachdem wie also die Eigenschaften der Faser, des Garns bzw. des Gewebes sein sollen, kann man die Faser entsprechend herstellen. Wir haben in diesem Zusammenhang viel über die Bindungskräfte innerhalb der Polymere, aber auch zwischen den einzelnen Polymeren gelernt. Je nachdem wie stark die Polymere innerhalb der Faser ausgerichtet bzw. chaotisch angeordnet belassen werden, ändern sich die Eigenschaften, wie z.B. die Zugfestigkeit oder die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit. Am Ende des Vortrags fragte Karin, unsere Dozentin, was Katrin von der Lyocell Faser halte in Bezug auf Produktionsverfahren und Nachhaltigkeit. Dies fand ich spannend, denn genau damit hatte ich mich ja in der letzten Ferienwoche auseinandergesetzt (siehe mein letzter Blog-Eintrag). Auch Katrin fand, dass Lyocell eine sehr interessante Faser sei. Man darf gespannt sein, ob sich diese Faser durchsetzen wird. Nächstes Mal wird Katrin ihren Vortrag mit dem Spinnen der Fasern zum Garn und letztendlich mit der Weiterverarbeitung zu Geweben bzw. Maschenware weiterführen. Ich freue mich schon darauf. |
AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv |