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Neunte Veranstaltung 02.12.2021

5/12/2021

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Am Donnerstag war die neunte Veranstaltung.  Zuerst schauten wir den Film mit Wigald Boning und Bernhard Hoëcker, in welchem sie eine volle Druckgasflasche mittels einer Guillotine köpften und  sie in ein Haus rasen liessen:
Anschliessend gab es Inputs zu den Flaschen:

- Die Sauerstoffflasche ist gefährlicher als die Acetylenflasche, da sie einen Druck von 200 bar hat im Vergleich zu 15 bar beim Acetylen
- Die Flaschen dürfen nur mit aufgeschraubter Stahlkappe transportiert werden


Anschliessend gab uns Matthias einige Hinweise zum Umgang mit der Schweissanlage:
1)  Sicherstellen, dass der Kugelhahn quer steht
2) Flammrückschlagventile sind in Schulen Vorschrift, und zwar vor den flexiblen Schläuchen!
3) richtigen Brenner wählen
4) Regel: "Von der Flasche nach aussen"
5) Sauerstoff: 2,5 bar, Acetylen 0,5 bar
6) Auslassventil bis zum Anschlag aufdrehen, dann 1/2 Umdrehung zurückdrehen
7) Kugelhahn öffnen
8) Pilotflamme anzünden
9) Die Einschlauchanlage (zum Weichlöten) läuft nicht über den Sparapparat.

Danach gab's einen Film zum Thema Stahlherstellung:

Vor allem die Vorgänge im Hochofen sind für uns wichtig. Hierbei empfahl uns Matthias das Buch: "Das Mammutbuch der Technik", wo die Vorgänge im Hochofen nochmals anschaulich dargestellt sind:
Bild
Für die Schule wichtig: Stahl mit viel Kohlenstoff (Gusseisen) ist sehr spröde.

Ein weiterer Zeitschrifttipp von Matthias:
c't make: Sonderheft "Loslegen mit Metall"
Bild
Weitere Tipps für die Schule:
Wenn viel unbekannter Stahl herumliegt: Entweder entsorgen oder für Schweissübungen verwenden.
Lieber wenig Stahl im Lager haben, dann aber gut beschriften.
Chromstahl ist nicht magnetisch!
Schwarzer Stahl hat eine Zunderschicht!
Für Schule nur HSS-Werkzeuge verwenden und nur erste Qualität kaufen!

Danach ging's ans Schmieden: Der Auftrag war aus einem Rundstab eine Spitze zu schmieden: Da ich mich selbst nicht fotografieren konnte, hier das Geburtstagskind Tom am Amboss ;-)


Ein paar Hinweise noch zum Schmieden:
- Rundstäbe entweder im Loch der Hebelschere abtrennen oder mit der Metallbandsäge absägen.
- Spitze nicht im kalten Zustand bearbeiten
- Zuerst einen Vierkant schmieden, Hammer relativ weit vorne halten, Hammer leicht schräg halten
- Aus dem Oberarm schmieden, Hammer sollte von alleine wieder hoch kommen.
- Zu zweit arbeiten lassen. Einer schlägt, der andere dreht.
- Falls der Lehrer korrigieren muss, von hinten korrigieren, nur 90° drehen
- lieber nochmals den Stahl wärmen, als zu kalt schmieden

Sicherheitshinweise:
- mit heissen Stäben nicht herumlaufen
- bei Verbrennungen kühlen, mind. 20 min
- Brandschutzdecke bereithalten
- heizen immer über dem Stein

Während Tom und ich noch am Schmieden waren, erzählte Matthias den Anderen noch einiges zum Bohren von Metall und wie man die Mitte der Scheibe findet, die schliesslich als "Teller" für einen Kerzenhalter dienen soll. Jon Andry hat mir freundlicherweise das Wichtigste in Kürze erklärt. Als nächstes habe ich also die Mitte der Stahlscheibe ausfindig gemacht, dort ein Loch gebohrt und den Rand noch mit dem Hammer bearbeitet:
Schliesslich haben wir uns noch mit dem Gewindeschneiden auseinandergesetzt:
Normierungen:
- Bolzen sind in Millimeterabständen erhältlich
- Der Abstand zwischen zwei Rillen in einer Schraube heisst Steigung. Die Schraube bestimmt jeweils das Gewinde.

M4 - Kernlochdurchmesser 3,3 mm
M5 - Kernlochdurchmesser 4,2 mm
-----------------------------------------------
M6 - Kernlochdurchmesser 5 mm
-----------------------------------------------
M8 - Kernlochdurchmesser 6,8 mm
M10 - Kernlochdurchmesser 8,5 mm

- Fürs Innengewindeschneiden (bzw. -bohren) gibt es drei Schneideisen: Den Vorschneider (1 Ring), den Mittelschneider (2 Ringe) und den Fertigschneider (keinen Ring).
- Problem: Die Schüler finden beim Schneiden nicht mehr den richtigen Gang. Deswegen Maschinengewindeschneider verwenden. Den kann man in einem Durchgang verwenden :-).

- Immer Lappen auf den Boden und Schneideöl verwenden! 
- Für Aussengewinde gibt es nur einen Schneider. Regel: Eins, Zwei und Zurück, ... (zum Span brechen).
- Tipp für die Arbeit mit Lampen: Die Lampengewinde sind in der Schweiz genormt: M10x1

Bevor wir die Veranstaltung mit einer Hopfenkaltschale ausklingen liessen (Danke, Tom!) versuchte ich mein allererstes Gewinde auf den Spitz zu schneiden. Hier stellte sich heraus, dass ich mir beim Schmieden ein bisschen mehr Zeit hätte lassen sollen, denn dort wo das Gewinde hin kam, war mein Stab eher noch viereckig und so griff das Schneideisen teilweise ins Leere. Das mit dem Gewinde war mir aber zum Zeitpunkt des Schmiedens noch nicht klar, aber naja, die 8er Mutter ging problemlos drauf. Passt also ;-) Hier mein Ergebnis:
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    Autor

    Matthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. 

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