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Wie versprochen reiche ich heute noch einige Fotos von meiner Gitarre nach, die Werni im Rahmen eines Foto-Shootings gemacht hat. Vielen Dank, Werni, für die tollen Fotos!!!
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Tag 31: Stegeinlage nach unten korrigieren, nochmals polieren, Photo-Shooting, Abschiedsessen28/6/2019 Kaum zu glauben, aber wahr: Heute war der letzte Tag meiner Intensivweiterbildung und damit auch mein letzter Tag in Wernis Werkstatt in Andeer. Zunächst haben wir die Bassseite der Stegeinlage etwas tiefer geschliffen, so dass die Saitenlage auf der Bassseite nochmals um einen guten halben Millimeter nach unten ging. So war es dann perfekt. Wir haben dann zum Schluss noch einen einzigen Bund gefunden, der bei festem Anschlag ein wenig scheppert, aber dafür alle Bünde nochmals neu abzurichten fand ich dann übertrieben. Mal schauen wie sich die Situation in den kommenden Wochen/Monaten entwickelt. Durch den Saitenzug wird der Hals eine leicht stärkere Krümmung bekommen und so könnte das Scheppern an diesem Bund vielleicht von alleine weggehen. Wie auch immer. Mich stört es nicht, und falls es mich irgendwann doch stören sollte, kann man das an einem Nachmittag beheben. Keine Sache ;-) Als dann alles soweit ok war, habe ich mit Wernis wohlduftendem Poliermittel nochmals alle Flächen zum Glänzen gebracht, so dass wir anschliessend zum Foto-Shooting schreiten konnten. Die Fotos, die Werni gemacht hat, werde ich zu gegebener Zeit hier noch nachfügen. Werni hat sich jetzt erstmal Ferien verdient, immerhin musste er mich 7 Wochen in seiner Werkstatt aushalten ;-) Nach der Fotosession räumte ich meinen Arbeitsplatz, und etwas Wehmut kam schon auf. Schade, dass es jetzt zu Ende ist... bevor es aber zu schlimm wurde, kam Armando, Wernis ältester Sohn, und rief uns zum Mittagessen. Eigentlich hätte es Lasagne geben sollen, aber die Backofeninnenscheibe gab ihren Geist auf und zersplitterte in tausend Teile. Schade um die schöne Lasagne. Plan B waren dann Spaghetti, die aber auch sehr fein waren :-). Nachdem Werni mir dann noch mein Zertifikat ausgehändigt und ich noch ein Schär Gitarren T-Shirt ausgewählt hatte, war es dann Zeit sich zu verabschieden. Da wir Männer da glaub alle nicht besonders gut drin sind, machten wir es kurz und schwuppdiwupp stand ich mit meinem Köfferchen und der neuen Gitarre auf dem Rücken an der Postauto-Haltestelle beim Mineralbad Andeer, von wo aus ich meine letzte Heimreise antrat. Tja, jetzt bin ich wieder zuhause und schreibe diese Zeilen. Kann es immer noch nicht glauben, was ich alles in den letzten 12 Wochen erleben durfte. War ne tolle Zeit :-) Vielen Dank an alle, die dies möglich gemacht haben! Vor allem danke ich meiner Frau Eva, welche zuhause den Laden am Laufen gehalten hat, dann meiner Stellvertreterin Jasmin, die während meiner Abwesenheit meinen Part in der Schule übernommen hat, meinem Schulleiter und meiner Personalchefin, die das Ganze von Arbeitgeberseite unterstützt haben, und natürlich Steven, Anna, Ben, Silvia und Amanda von der Caledonian Language School in Edinburgh (Lang may yer lum reek!) und ganz besonders Werni, Cecilia und Claudio Schär von Schär Gitarren in Andeer! Heute war es endlich soweit: Nachdem ich den Sattel vorgekerbt hatte, kamen die Saiten drauf, eine nach der anderen. Für jede Saite musste ich eine Kerbe mit einer passenden Feile einfeilen. Dabei musste ich darauf achten, dass ich immer zur Kopfplatte hin nach unten feile, damit der Punkt, an dem die Saite aufliegt, ganz vorne am Sattel zu liegen kommt... bis zum Mittag hatte ich die Hälfte der Saiten drauf... Nach dem Mittag kamen die restlichen drei Saiten drauf und ich konnte die ersten Töne spielen :-). Der Sattel wurde jetzt noch dahingehend nachbearbeitet, dass nicht allzu viel Material übersteht und alle Kanten abgerundet wurden. Morgen werden wir uns noch den Steg vornehmen. Die Saiten sind auf der Bassseite noch zu hoch... So, und wie klingt sie jetzt? Wie gesagt: Sie ist noch nicht ganz fertig (Saitenlage im Bass zu hoch, Halskrümmung noch nicht eingestellt), aber sie tönt jetzt schon super. Ich bin begeistert. Kaum zu glauben, dass ich als Laie solch ein Instrument bauen konnte. Danke, Werni, für die schöne Zeit bei dir in der Werkstatt. Schade, dass es morgen schon zu Ende sein wird... :-( Nachdem wir gestern fertig lackiert hatten, ging es heute ans Polieren. Ich habe mit einem Lappen und einer Polierpaste alle Oberflächen nochmals bearbeitet. Es ist unglaublich, wie sich die Oberfläche nochmals verbessern lässt. Was vorher schon super glatt und glänzend war, wird nochmals eine Spur glatter und glänzender. Allerdings findet man, je länger man sich mit diesen Holzflächen beschäftigt, immer mehr kleine "Fehler", die man vorher halt noch nicht gesehen hat, und die sich zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr vollständig ausbessern lassen. Man muss einfach sehen, dass die Gitarre von Hand und nicht maschinell hergestellt wurde, und kleinere "Fehler" (die wahrscheinlich sowieso nur ich sehe) machen dann eben den persönlichen Charakter "meiner" Gitarre aus. Hier mal ein paar Bilder vom Polieren des Bodens... Danach haben wir die Mechaniken zum Stimmen der Saiten an der Kopfplatte angebracht... jede Saite hat eine Mechanik, die mit jeweils 2 kleinen Schräubchen auf der Rückseite fixiert wird, damit sie sich nicht verdrehen können... dies sind übrigens die einzigen Schrauben, die überhaupt in der Gitarre verbaut sind. Alles Andere wird geleimt :-) Danach haben wir die Klebstreifen auf der Decke entfernt, wo der Steg noch aufgeleimt wird. Werni hat die Kanten noch mit dem Stechbeitel entgratet, und die Unterseite des Steges (der ja auch lackiert wurde, musste auch auf der Unterseite wieder bündig gemacht werden, damit er auch schön auf der Decke aufliegt. Anschliessend haben wir den Steg auf die Decke aufgelegt und dann durch den Steg die Löcher in die Decke gebohrt... Zum Schluss haben wir dann den Steg auf die Decke aufgeleimt. Werni hat für sich herausgefunden, dass er mit Schrauben, die er durch den Steg führt am Gleichmässigsten Druck beim Leimen ausüben kann. Damit der Steg keine Abdrücke bekommt, haben wir noch drei Klötzchen hergestellt, die wir dann dazwischengespannt haben... Zum Abschluss des Tages habe ich dann noch den Sattel hergestellt. Das hatte ich zwar schonmal gemacht, aber irgendwie ging er verloren, also alles nochmal von vorne. Neuen Sattel auswählen, an den Sattelschlitz anpassen, auf die richtige Länge bringen, Winkel zur Kopfplatte einschleifen, Saiten-Spacing aufzeichnen... Morgen feile ich dann die Sattelschlitze für die Saiten rein (die Feilen liegen im Hintergrund schon parat) und dann müssen wir die Höhe der Stegeinlage bestimmen, Halskrümmung einstellen etc.
Und dann wird sie fertig sein. Schade eigentlich... die Zeit verging wie im Fluge und es machte mir wahnsinnig Spass die Gitarre unter Wernis Anleitung herzustellen... naja, nichts kann ewig dauern, und irgendwie freue ich mich auch wieder auf ein Leben ohne Koffer. Am Montag soll's ja mit der s3a um den Obersee gehen. Darauf freue ich mich auch schon. Ich hoffe es kühlt ein wenig ab bis dahin... Liebe Grüsse aus Andeer :-) Heute war der letzte Lackiertag. Zuerst habe ich die Stellen, die nicht so schön waren, wieder mit 1800er Papier nass weggeschliffen, und dann habe ich wieder Boden, Decke und Zargen noch ein letztes Mal lackiert. Den Hals haben wir gelassen wie er war, da ich hier nicht so viel Lack drauf haben will. Das stört nur beim Spielen, aber ein bisschen Lack zum Schutz des Holzes braucht es schon. Auch die Kopfplatte bekam nochmals eine Schicht verpasst. Den Steg habe ich heute sogar zweimal gemacht, da es mir jedes Mal nicht so gefallen hat, wie es rausgekommen ist. Ich glaube jetzt ist es gut. Jetzt lassen wir das ganze über die Nacht trocknen, morgen wird dann poliert und dann ist alles soweit fertig. Weiterhin habe ich das Griffbrett mit Alkohol von Schellackresten befreit, anschliessend bekam das Griffbrett eine Ölung mit dünnflüssigem Paraffinöl. Morgen kommen dann die Mechaniken an die Kopfplatte und der Steg wird aufgeleimt, so dass wir dann am Donnerstag die Saiten aufziehen und dann Halskrümmung, Saitenlage und Intonation einstellen können. Sollte etwas unvorhergesehenes passieren, habe ich noch den Freitag als Puffertag. Es sollte also alles soweit klappen :-) bis morgen... Wie bereits angekündigt werde ich heute und morgen nicht viel Neues schreiben und zeigen können. Im Wesentlichen geht es jetzt darum den Lack aufzubauen, d.h. es wird jetzt Schicht um Schicht Schellack aufgetragen und jeweils aufpoliert. Teilweise muss ich einzelne Stellen (z.B. wenn es irgendwo "Nasen" gegeben hat) wieder abschleifen, und dann wird wieder Lack aufgetragen. Das ganze ist sehr zeitintensiv, da ich den Lack traditionell mit dem Bausch aufbringe. Zuerst habe ich den Hals und die Kopfplatte lackiert, und dann haben Werni und ich entdeckt, dass wir noch grobe Schleifspuren in der Kopfplatte übersehen hatten. Die stachen nach dem Lackieren richtig ins Auge. Also musste ich die Kopfplatte nochmals mit grobem Schleifpapier abschleifen und dann langsam wieder auf 500er Körnung hochschleifen und dann nochmals lackieren. Das ging aber ganz schnell und das Ergebnis war es auf jeden Fall wert :-) Etwas Ähnliches haben wir dann an meinem bereits vor einigen Tagen lackierten Steg entdeckt. Also nochmal den Lack runterschleifen, das Ganze ausbessern und nochmals lackieren. Dann habe ich natürlich noch Decke, Boden und Zargen lackiert, die Innenseite des Bodens habe ich dann auch noch mit Schellack grundiert (zumindest die Stellen, die nach dem Aufleimen des Bodens noch Schellackfrei waren). Dann ging es noch darum ein Schild für das Innere des Schallochs zu entwerfen, wo dann mein Name und Ort/Datum draufsteht. Hab jetzt nach Feierabend mal ein paar Schilder unterschrieben, mal schauen welches ich dann morgen in die Gitarre klebe... Morgen wird fertig lackiert, am Mittwoch wird dann auf Hochglanz poliert und der Steg aufgeleimt. Das wäre der Plan für die nächsten zwei Tage... hier die Fotos von heute... Heute habe ich weiter lackiert. Das wird auch in den kommenden Tagen nicht anders sein. Viel Neues zu schreiben habe ich also nicht, bis wir dann den Steg einleimen und die Saiten draufkommen :-) Heute morgen habe ich also zuerst nochmal alles durchgeschaut. Es entstehen an den Kanten unweigerlich Lacknasen. Die haben wir dann abgeschliffen (Werni hat mir das freundlicherweise mal demonstriert) und nochmals lackiert. Anschliessend habe ich dem Boden, den Zargen und schliesslich auch der Decke 2-3 neue Schellackschichten spendiert... Danach kam der Hals und der Kopf der Gitarre dran. Diese Teile waren bislang nicht lackiert. Nun ist also die komplette Gitarre (bis auf die Oberseite des Griffbretts) mit 2-6 Schichten Schellack lackiert. Anschliessend haben wir die Gitarre zum Trocknen aufgehängt... Nächste Woche bauen wir den Lack weiter auf und gegen Mittwoch wird dann wohl der Steg aufgeleimt, Donnerstag dann wahrscheinlich Steg und Sattel produziert, eingebaut und alles auf die richtige Höhe justiert, so dass wir dann am Freitag eine fertige und hoffentlich auch sehr gut klingende, bundreine, gut spielbare Gitarre haben, die ich dann mit nach Hause nehmen kann. Ich freue mich auf die ersten Töne :-) Schönes Wochenende Allen, die hier regelmässig mitlesen.
Tag 25: Letzte Schleifarbeiten, Stegposition finden und abkleben, Beginn Schellack-Lackierung20/6/2019 Heute morgen sind Werni und ich nochmals über die ganze Gitarre gegangen und haben noch hier und dort kleinere Macken entdeckt, die es auszumerzen galt. Also wieder schleifen, schleifen, schleifen... :-) Als dann alles soweit perfekt war, haben wir einen "Fussabdruck" des Steges aus Klebeband gemacht. Dies macht man, damit der Teil der Decke, an welchem später der Steg angeleimt wird, lackfrei bleibt. Danach haben wir mit mehreren längeren und kürzeren Massstäben die genaue Position des Stegs ermittelt (u.a. mit Hilfe der Angaben von der StewMac-Homepage) und dann exakt dort den Klebestreifensteg aufgeklebt... Danach gings dann los mit dem Lackieren. Mit einem Bausch aus Wolle, der in ein Leinentuch eingewickelt wird, wird der Schellack in Kreisbewegungen auf die Holzflächen aufgebracht. Dieser Vorgang bringt die Maserung des Holzes zum Vorschein, alles wird intensiver, dunkler, glänzender :-). Das machte mir tierischen Spass... Zuerst ging es los mit dem Boden... dort haben wir 3 Schichten aufgetragen. Anschliessend ging es weiter mit den Zargen... Die Fichtendecke wurde zunächst noch mit einem feuchten Lappen abgewischt ("gewässert"). Dadurch stellten sich kleinere Fasern auf, die dann mit 500er Schleifpapier nochmals abgeschliffen wurden. Danach wurde schliesslich auch noch die Decke mit 4 Schellackschichten lackiert... sieht doch super aus, oder? Morgen geht's dann weiter... Heute ging es - wie gestern auch schon - darum, die Gitarre aufs Lackieren vorzubereiten. Jetzt muss wirklich jedes Detail passen, jeder Kratzer muss herausgeschliffen sein, jedes Loch muss gefüllt werden, alles muss feingeschliffen werden. Eine Menge Schleifarbeit (mal wieder ;-)). Als erstes brachte ich den Halsfussabschluss, den wir gestern neu gemacht hatten, auf die richtige Form, und dann formten Werni und ich den Halsfuss auf die Endform. Danach musste alles wieder neu geschliffen werden, von 120 auf 180 und schliesslich 240er Körnung. Danach machte ich an der Kopfplatte weiter. Hier ging es darum, den Übergang vom Kopf zum Hals zu vollenden und alle Kanten leicht abzurunden... Zwischendrin habe ich dann den gestern hergestellten Ebenholz-Steg mit Schellack lackiert. Zuerst eine Runde Schellack mit dem Bausch aufgetragen und dann eine zweite Runde mit Öl hinterher... Leider habe ich das Foto erst viel später aufgenommen, als sich schon wieder viel Schleifstaub vom Zargenschleifen darauf abgesetzt hatte... :-( Aber man kann trotzdem sehen, wie dunkel das Ebenholz durchs Lackieren wird und wie toll es glänzt... Ich freue mich schon den Rest der Gitarre so lackieren zu dürfen. Werni und ich haben heute abgemacht, dass ich die komplette nächste Woche nur Lackieren werde. So kann ich dann ca. 10-12 Schichten Schellack auftragen und erhalte so eine super Schellack-Lackierung. Ich kanns kaum erwarten :-) Nach einem feinen selbstgemachten Glacé von Cecilia besserten Werni und ich noch kleine Löcher zwischen Binding und Boden aus (entweder mit Bao Schellack oder Bao Wachs) und anschliessend wurden Boden und Zargen bis auf 240er Körnung feingeschliffen... Jetzt fehlt noch der heikelste Teil der Gitarre: die Fichtendecke. Die machen wir morgen. Dann noch die Kopfplatte und dann sollten wir bereit sein fürs Lackieren... bis dann :-)
Gestern hatte ich begonnen den Steg herzustellen. Wir hatten die Löcher für die Pins gebohrt und den Schlitz für die Stegeinlage gefräst. Heute ging es darum die Form zu verfeinern. Zuerst schliff ich mit der Schleifmaschine die Rundungen links und rechts der Mitte hinein... Danach haben wir den ganzen Steg schräg abgeschliffen, so dass der Teil mit den Löchern etwas tiefer liegt als der Teil mit dem Schlitz. Dies ist nötig, damit die Saiten im korrekten Winkel über die Stegeinlage laufen. Ist der Winkel nicht gross genug, gibt es nicht genügend Druck auf die Decke und sie kann nicht mit den Saiten mitschwingen. Anschliessend habe ich sämtliche Kanten abgerundet. Danach gings dann wieder ans Immer-Feiner-Schleifen... Anschliessend habe ich noch die Unterseite des Stegs auf Radius geschliffen, damit der Steg auf die gewölbte Decke draufpasst... Anschliessend ging es ans Vorbereiten des Korpus auf das Lackieren. Dazu müssen jetzt alle Details passen, da durch den Lack allfällige Fehler gnadenlos zutage treten. Zuerst habe ich die Decke mit 180er-Papier vorgeschliffen. Dann habe ich das Schalloch, das immer noch sehr scharfkantig war, abgerundet. Anschliessend haben Werni und ich entschieden, dass wir den Halsfuss-Abschluss (der ja nicht so schön rausgekommen war) nochmals zu machen. Wir haben uns dazu entschieden, den Abschluss auf derselben Breite wie das Binding nochmals abzufräsen und dann ein dickeres Stück Ebenholz aufzuleimen... Damit wir dann vielleicht morgen schon mit Lackieren beginnen können, haben wir den Schellack, den Claudio vor ein paar Tagen angesetzt hatte, nochmals mit Alkohol verdünnt, da er zu dick war. |