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Heute gings weiter mit der Bearbeitung des Halses. Zuerst haben wir uns die Kopfplatte vorgenommen. Erstmal nochmals die Form aufgezeichnet und dann zur Linie runtergehobelt/-geschliffen. Dann habe ich den Halsübergang grob mit dem Stechbeitel geformt. Anschliessend habe ich noch den Knochensattel grob auf die richtige Grösse gesägt und geschliffen. Danach wollte ich etwas Anderes machen und ich widmete mich dem Hals. An den "Schultern" musste noch ordentlich Material weg, so dass wir uns zumindest grob einem C-Shape angenähert haben. Jetzt liege ich irgendwo zwischen einem D- und einem C-Shape. Am Nachmittag habe ich dann den Hals weiter bearbeitet und vor allem den Halsfuss weiter geformt. Heute war also viel Schleifarbeit angesagt. Das ist zwar anstrengend, aber auf der anderen Seite ist es schön zu sehen, wie mit etwas Geduld ein simples Brett in eine tolle Form gebracht werden kann... Um 18.00 Uhr kam dann Bandkollege Patrick hier an und ich zeigte ihm die Werkstatt. Werni und die Jungs mussten noch Überstunden machen, weil sie noch den Steg anleimen wollten. Anschliessend gingen Patrick und ich Abendessen und dann ein wenig am Hinterrhein spazieren. Mittlerweile ist das Hochwasser ein wenig zurückgegangen, aber vom Normalzustand sind wir weiterhin weit entfernt. Hier mal ein aktuelles Bild vom Hinterrhein, im Wechsel mit dem Foto von vor drei Wochen. Da ich gut in der Zeit liege und Besuch habe, werde ich morgen nicht weiterbauen. Ich werde morgen mit Patrick zur Rofflaschlucht wandern (siehe Blogeintrag von vor drei Wochen). Ich melde mich dann am Montagabend wieder. Bis dahin wünsche ich viel Spass beim Blues'n'Jazz. Am Samstag um 19.15 Uhr spielt Mike Sterki am Kapuzinerzipfel. Er war früher mal als Schüler bei uns an der Kreuzstrasse und ist ein richtiger Blueser geworden :-)
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Gestern Abend hatte ich die frisch eingeschlagenen Bünde noch abgeklebt, um das Holz vor den Feilen zu schützen. Heute morgen habe ich dann die Bünde abgerichtet. Zuerst hat mir Werni gezeigt, wie man den Schleifblock über die Bünde bewegt, so dass so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich von den Bünden abgeschliffen wird. Das Ziel ist, dass alle Bünde gleich hoch werden. Nachdem also die höheren Bünde auf das Niveau der tiefsten Bünde heruntergeschliffen waren, musste ich die jetzt nicht mehr runden Bünde mit Diamantfeilen wieder rundfeilen, ohne etwas von deren Höhe zu nehmen. Danach musste ich mich durch die verschiedenen Schleifpapiere durcharbeiten, bis wir die Bünde dann zum Schluss noch mit Poliermittel polierten. Damit war das Griffbrett fertiggestellt... Nach dem Mittag habe ich dann begonnen den Hals zu formen. Die "Flügel", die man auf den letzten Fotos oben immer noch sah (und welche das Einspannen in den Schraubstock ganz einfach machten), wurden jetzt weggefeilt und die Rückseite wurde auch auf die gewünschte Form und Dicke heruntergefeilt. Am Anfang konnte man da richtig Gas geben und mit dem Hobel und später auch mit der Feile ordentlich Holz weghobeln/-feilen. Gegen später wurde es dann aber schwieriger, jetzt war die Feinarbeit angesagt. Am ersten Bund wollte ich eine Halsdicke von 22mm haben und am 9. Bund 25mm. Alles dazwischen sollte dann möglichst gerade sein, dann musste der Halsfuss nachgeformt werden. Da hat mir dann Werni noch ausgeholfen. Bei mir war dann irgendwann die Luft raus. Morgen geht's dann weiter mit dem Formen des Halses. Der Übergang zur Kopfplatte wird auch morgen noch gemacht... Nach dem Pfingstwochenende fing ich heute mit meiner 5. Woche hier in Andeer an. Als erstes versuchte ich das Griffbrett möglichst gerade zu schleifen. Anschliessend nahm ich den 16"-Radiusblock und schliff den Griffbrettradius ein. Da hierbei die Schlitze für die Bundstäbchen teilweise wieder weggeschliffen werden, mussten immer wieder die Schlitze nachgesägt werden. Danach machte ich mir Gedanken, wie ich die Bundpositionsmarkierungen gestalten möchte. Zuerst dachte ich, dass ich runde Perlmutteinlagen in der Standardanordnung machen würde, aber dann hat mir das nicht wirklich gefallen... Nach diversen Ideen habe ich mich dann dazu entschlossen, das schöne dunkle Griffbrett ohne Markierungen zu belassen und nur an der Griffbrettkante Positionsmarkierungen anzubringen. So wird meine Gitarre ähnlich wie eine Konzertgitarre aussehen, allerdings wird sie Stahlsaiten haben. Nachdem klar war, dass keine Positionsmarkierungen eingesetzt werden, fing ich an die Bundstäbchen auf eine Rundung zu biegen und sie dann anschliessend ins Griffbrett einzuschlagen. Das ging leichter als gedacht und ruck zuck waren die Bünde drin. Bei einem Bund hatte ich beim Sägen nicht richtig aufgepasst, so dass der Schlitz zu breit war. Deswegen mussten wir das Bundstäbchen hier mit Sekundenkleber einleimen. Als dann alle Bünde ordentlich im Holz drin waren, fing ich an die überstehenden Teile zuerst abzuzwicken, dann planzufeilen und schliesslich noch gegen oben schräg anzufeilen.
Morgen bringen wir dann alle Bünde auf die gleiche Höhe (beim Einschlagen der Bünde ist es praktisch unmöglich, dass alle Bünde gleich hoch sind), das bedeutet dass wir zu hohe Bünde ein wenig runterschleifen und dann an der Krone wieder abrunden. Da bin ich mal gespannt darauf. Das habe ich noch nie gemacht... Als Vorbereitung habe ich heute die Holzflächen abgeklebt, so dass morgen beim Bearbeiten der Bünde nichts am Holz verkratzt wird. Tag 18: Griffbrett einzeichnen, aussägen, hobeln, an die richtige Position bringen, festleimen...7/6/2019 Nachdem ich gestern die Bünde eingezeichnet und vorgesägt hatte, ging es heute weiter mit dem Griffbrett. Zunächst habe ich die richtige Form eingezeichnet und dann mit der Bandsäge grob ausgesägt. Als nächstes mussten diese noch krummen Linien mit dem Hobel begradigt werden. Zu Beginn bin ich fast verzweifelt... nachdem Werni dann die Klinge des Hobels nachgeschliffen hatte, ging es fast von alleine. Scharfes Werkzeug - gerade wenn man harte Hölzer wie Ebenholz bearbeitet - ist das A und O. Danach haben wir die Dicke des Griffbretts mit der Hobelmaschine noch um ein paar Millimeter reduziert, damit es nicht allzu dick wird. Anschliessend haben wir dann das Griffbrett an die exakte Position auf dem Hals gebracht (der 5mm-Sattel wurde hierzu noch eingelegt) und mit zwei Schraubzwingen fixiert. Damit das Griffbrett beim Leimen während des Anziehens der Schraubzwingen nicht seitlich verrutschen kann, habe ich dann den Hals soweit herangeschliffen, dass er bündig zum Griffbrett ist. So konnten wir zu Beginn des Leimens ein seitliches Verrutschen durch zwei Schraubzwingen verhindern. Anschliessend haben wir das Griffbrett auf den Hals geleimt (der Truss Rod hat davor noch ein paar Tropfen Öl abbekommen, so dass er durch den Leim nicht festgesetzt wird)... Am Ende des Tages haben Werni und ich uns noch mit dem Material und der Form für den Steg beschäftigt. Auch hier habe ich mich für Ebenholz und die traditionelle Form von Martin entschieden. Da ich kein Standard-000-Modell baue, sondern die etwas breiteren Griffbrett-Masse von der Eric Clapton Signature 000-28 übernommen habe, konnten wir den Mustersteg von Werni nicht nehmen und mussten eine Schablone auf Papier zeichnen, um abschätzen zu können, ob der Saitenabstand am Steg und der Saitenverlauf entlang des Griffbretts ungefähr hinhauen wird. Das scheint alles soweit zu passen, und nach dem langen Pfingstwochenende geht's dann mit dem Bau der Gitarre weiter :-)
Kurz vor Feierabend kam André Zarn, der Hauswart der OS Kreuzstrasse, vorbei und holte mich ab. Seine Eltern wohnen in Andeer und wir waren zum Abendessen eingeladen. Ich hatte mir etwas Bündnerisches gewünscht, und mein insgeheimer Wunsch wurde erfüllt: Es gab - unter anderem - Capuns :-). Und dann ging es im grünen Toyota gen Heimat... Danke an dich, André, und deine Eltern. Heute vormittag habe ich den gestern angeleimten Halsfuss-Abschluss dem Halsfuss angenähert und bündig zum Boden geschliffen. Anschliessend habe ich den Boden und die Zargen zuerst mit 150er und schliesslich mit 180er Schleifpapier geschliffen. An der Decke haben wir noch nicht viel gemacht. Vor dem Lackieren kommt dann noch der Endschliff, aber momentan ist das hier die vorläufige Endfassung des Korpus :-) Am Nachmittag haben Werni und ich zuerst das ausgesuchte Ebenholzstück, welches zum Griffbrett werden soll, abgerichtet. Danach habe ich die Mittellinie aufgezeichnet. Danach ging es darum herauszufinden, wo die Bünde später hinkommen. Da ich eine spezielle Mensur möchte, musste der Mensurrechner von StewMac herhalten. Mit Spezial-Lupen-Brille habe ich die Position mit einem Skalpellstrich markiert, danach die Position mit einer Stahlspitze zum gut sichtbaren Punkt erweitert und anschliessend in einer Metallführung an den entsprechenden Stellen die Schlitze für die Bundstäbchen vorgesägt. Vor diesem Vorgang hatte ich allergrössten Respekt, da hier möglichst präzise gearbeitet werden muss, damit die Gitarre später auch bundrein ist... Ob ich es gut genug gemacht habe, werde ich erst am Ende herausfinden... ;-) Schleifen, schleifen, schleifen, das war heute das Thema. Zuerst durfte ich heute die eingepackte Gitarre wieder auspacken (wir hatten ja gestern die Bindings und Purflings aufgeleimt). Das sah dann ungefähr so aus... Wie man sieht, ist das alles noch sehr rau(h) und mit Kleberresten versehen. Deswegen war heute Feinarbeit angesagt. Alles musste weg, auch die Bleistiftstriche. Zuerst mit Ziehklingen, dann mit Schleifpapier. Am Schluss haben Werni und ich noch den Halsfussabschluss aus Ebenholz aufgeleimt... tja, das war's dann auch auch schon von heute... wie gesagt... schleifen, schleifen, schleifen war angesagt... und ausbessern von Löchern, die hier und da entstanden sind... hier ein paar Impressionen Heute morgen haben wir noch eine Weile mit dem Perlmutt herumstudiert... letztendlich haben wir es dann aber doch wieder verworfen, und ich habe mich für ein schlichtes Purfling in schwarz-weiss-schwarz-weiss entschieden. Nachdem die Wahl gefallen und die Masse bestimmt waren, habe ich den entsprechenden Kanal in die Decke gefräst. Danach musste der Kanal am Hals von Hand erweitert werden. Während ich am Feilen war, hat mir Werni die Purflings und Bindings gebogen. Am Nachmittag haben wir dann die Purflings und Bindings fertig gestellt, auf die richtige Länge gebracht, die Kanäle gesäubert, und letztendlich die Bindings und Purflings in die entsprechenden Kanäle eingeleimt... Leider habe ich vergessen nach dem Einleimen auf der Deckenseite Fotos zu machen... Naja, Fotos von den Ergebnissen gibt es morgen :-) Nach Feierabend bin ich dann noch ein wenig spazieren gegangen und habe einen lustigen Geocache gefunden... Vor dem langen Auffahrtswochenende hatten wir ja noch den Boden aufgeleimt und somit den Korpus geschlossen. Heute morgen durfte ich - nachdem ich die drei neuen Kursteilnehmer begrüsst hatte - erstmal alle Klebestreifen entfernen und die Gitarre sozusagen auspacken :-) Sieht schon richtig gut aus... Als nächstes habe ich aus Ebenholz einen Keil hergestellt, der dort eingeleimt wird, wo später der Gurtknopf hinkommt. Da die beiden Zargen hier nicht ganz exakt zusammenkommen, wird einfach ein bisschen weggefräst und ein Stück Holz - oft in Keilform - eingesetzt, um einen schönen Abschluss zu erzielen... Als nächstes machte ich mich an den Kanal für die Bindings. Die Bindings stellen die Übergange zwischen Zargen und Decke bzw. zwischen Zargen und Boden her. Wie man oben sieht, sind diese Übergänge noch unschön. Um das schöner hinzubekommen, fräst man hier einen Kanal raus und setzt wiederum ein Stück Holz ein. Bei mir wird das ebenfalls Ebenholz sein, so dass es eine dunkle Umrandung der Gitarre geben wird. Doch das machen wir erst morgen... heute wurde erstmal gefräst... Danach machte ich mir Gedanken, wie ich das Purfling (dekorative Umrandung der Decke innerhalb des Bindings) gestalten will. Hier merkte ich - wie schon bei der Schalllochumrandung - dass ich nicht so der kreative Typ bin. Zuerst wollte ich die Gitarre mit Perlmutt umranden. Werni hatte zwei verschiedene Breiten im Sortiment. Ich wollte zuerst die breitere Variante (wie bei der Schalllochumrandung) verwenden, aber Werni überzeugte mich, dass das doch ein wenig "too much" wäre. Ok, dann halt ein bisschen dezenter mit der schmaleren Variante. Da fiel uns dann aber auf, dass wir nicht genügend gebogende Perlmuttstücke im Sortiment hatten. Nachbestellen geht auch nicht, da die Amerikaner von StewMac das Zeug nicht mehr liefern. Claudio hatte dann noch eine Variante im Lager, die mir aber nicht so recht gefiel... gut, nehmen wir halt doch die breitere Variante, gibt es halt ein bisschen Glitzer auf die Augen für die Zuhörer/Zuschauer... allerdings mussten wir feststellen, dass es von der breiteren Variante keine geraden Stücke hatte... also genau dasselbe Problem wie vorher, nur andersrum... Irgendwie waren dann ruck zuck zwei Stunden rum und ich hatte immer noch kein Design für das Purfling... naja, was soll's... es kann nicht immer wie am Schnürchen laufen. Schauen wir morgen mal, ob wir was Schönes aus Holz zaubern können.
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