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Heute war mein letzter Tag an der Caledonian Language School. Damit der Abschied nicht so schwer fällt, habe ich alle für heute Abend ins Leith Depot eingeladen, wo ich auch nochmals Clara treffen werde, und wo ich dann die Gitarre abliefern werde. Am Nachmittag konnte ich immer noch nicht in meine Wohnung, da die Handwerker immer noch dran waren. Also musste ich irgendwie die Zeit totschlagen. Zuerst habe ich mein schottisches Country-Jacket abgeholt, dann bin ich noch in den Hoochie Coochie Laden nebenan gegangen und habe noch drei Hemden gekauft, die ich z.B. bei Bandauftritten anziehen kann. Der Typ in dem Laden war super nett, und wir haben uns sicher ne halbe Stunde über Schottland und den Brexit bzw. über die Chancen einer Unabhängigkeit Schottlands unterhalten, und natürlich auch über Musik, da er gleich zu Beginn sagte, dass er gerne Cajun-Musik hat. Da konnte ich natürlich gut mitreden :-) Anschliessend deponierte ich die Sachen in meiner Wohnung, während die Handwerker den Boden einklebten. Da das Wetter gut war, ging ich noch ein letztes Mal in die Princes Street Gardens und setzte mich auf eine Bank. Irgendwann wurde es mir aber kalt und ich beschloss ein wenig zu laufen. Da kam ich an der Floral Clock vorbei, die Eva und ich vor 3 Wochen vergeblich gesucht hatten. Momentan sind die Gärtner dran, die Floral Clock anzupflanzen. Das Ziffernblatt haben sie bereits angefangen. Als ich weiterlief, kam ich am Scott Monument vorbei und ich erinnerte mich, dass ich da ja auch noch hinaufwollte. Zufällig startete gerade die letzte Tour des Tages und ich schloss mich dieser spontan an. Vom Scott Monument hatte man schöne Ausblicke in alle Richtungen, leider hatte ich in Richtung Old Town Gegenlicht und mein Handy hat kein brauchbares Bild hinbekommen... :-( Nachdem ich also das Scott Monument besichtigt hatte, fuhr ich mit dem Bus nach Hause und - da die Handwerker endlich weg waren - machte mir was zu Essen. Anschliessend machte ich für Eva noch ein paar Fotos mit dem Jacket und den Hemden. Die hänge ich unten auch noch dran. Tja, und jetzt geht's gleich ein letztes Mal nach Leith ins Leith Depot, und dann war's das dann auch. Morgen fliege ich zurück, darüber werde ich - sofern da nichts Spezielles passiert - nichts mehr schreiben. Ich melde mich dann am Montagabend wieder, wenn ich meinen ersten Tag in der Gitarrenbauschule hinter mir habe. Liebe Grüsse an alle, die regelmässig mitgelesen haben. Ich hoffe es war einigermassen unterhaltsam. Bis Montagabend :-)
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Nach einer schönen Nacht im Hotel ging es heute morgen zur Language School. Ben erinnerte mich daran, dass ich als Naturwissenschaftslehrer unbedingt noch Surgeons' Hall besuchen müsse (ich hatte ja mal von den Dissektionen von Dr. Knox (Burke and Hare Story) berichtet. Somit war der Nachmittag geplant. Doch zuvor wollte ich wieder in meine Wohnung, meinen Rucksack mit meinem Krempel von der Hotelübernachtung abstellen. Aber ich wusste nicht, ob die Handwerker schon fertig sind. Debbie, meine Landlady, versicherte mir, dass sie sich zwischen 13 und 14 Uhr bei mir melden würde, mit dem aktuellen Stand der Dinge. Nun war es aber erst 13 Uhr, also setzte ich mich in das nächste Café und trank meinen Kaffee so langsam ich nur konnte, ich musste schliessliche eine Stunde herumbringen. Kurz vor 14 Uhr wurde es mir dann zu bunt und ich schrieb Debbie eine Nachricht. Sie meldete sich umgehend, und wir verabredeten uns vor der Wohnung. Das Problem war natürlich, dass die Handwerker noch nicht fertig waren. Nun, wenn wenigstens schönes Wetter gewesen wäre, dann wäre es mir egal gewesen, aber sich den ganzen Tag bei diesem Hundewetter rumzutreiben macht wirklich keinen Spass... naja, wir vereinbarten dann, dass ich jetzt halt nochmal eine Nacht ins Hotel gehe, und da sitze ich jetzt wieder. Ist ja nicht schlecht, aber das Hin- und Hergeschleppe, auch wenn es nicht viel ist, nervt schon ein wenig... naja, shit happens... ;-) Ich habe denn meinen Krempel zumindest in der Wohnung abstellen können, und los gings zu Surgeons' Hall, wo ich mich mit Paweł und Marta verabredet hatte. Surgeons' Hall ist - wie der Name schon verrät, ein Museum über Chirurgie, und wie sie sich im Laufe der Jahrtausende entwickelt hat. Von Zeiten vor Christi Geburt bis heute wurden schön die Entwicklungen in der Medizin im Laufe der Zeit dargestellt, und es hatte Tausende von Exponaten, von allen nur denkbaren Körperteilen und deren Krankheiten. Im pathologischen Museum waren die Exponate dann in den medizinischen Fachbereichen angeordnet. Ein Bereich befasste sich mit Augenkrankheiten, dort sah man dann hunderte Augen mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern, die irgendwann mal einem Menschen entnommen wurden. In einem anderen Bereich ging es dann um Orthopädie, wo dann Präparate mit Knochenwucherungen, Knochenkrebs und wer-weiss-noch-was-alles dastanden. Man war regelrecht erschlagen von den ganzen Körperteilen, die man hier anschauen konnte. Und man sah, was alles schief laufen kann in so einem Körper. Von Brust- über Bauchspeicheldrüsen- bis zu Lungenkrebs und vielem mehr war alles ausgestellt, was man sich nur vorstellen kann (das meiste davon WILL man sich gar nicht vostellen...). Eine unglaubliche Sammlung von menschlichen Organen. Ein Muss für jeden Humanmediziner. Leider war das Fotografieren mal wieder verboten, so dass ich nur von der Strasse bzw. dem Eingangsbereich Fotos machen konnte, was zugegebenermassen nicht so interessant ist. Aber was will man machen. Komischerweise hatten wir nach dem Besuch trotzdem Hunger (mittlerweile war es mir da drin vor lauter krebsbefallenen Organen und Deformationen von Körperteilen schon leicht schwummrig... ;-)), und so beschlossen wir in das Restaurant auf der gegenüberliegenden Strassenseite zu gehen. Dort hatte ich mal wieder Fish&Chips... lecker. Nach dem Essen verabschiedeten wir Paweł, der auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt wohnt, und ich lief mit Marta noch ein Stück und dann checkte ich wieder mal in dieses wunderbare Hotel hier ein...
Morgen wird mein letzter Tag an der Language School sein, da wir ja von Montag bis Donnerstag jeweils eine Dreiviertelstunde drangehängt haben und wir somit am Freitag frei haben. Dann geht's wieder nach Hause. Einerseits freue ich mich wieder auf zuhause, andererseits finde ich es aber auch schade, denn jetzt käme ich gerade richtig gut ins Englisch rein. Die letzten zweieinhalb Wochen haben mich nochmal richtig nach vorne gebracht, weil ja niemand da war, der mit mir Deutsch redete und somit mein kompletter Alltag auf Englisch ablief. Ich kann also nur empfehlen: Wenn ihr ne Sprache lernen wollt, dann geht ALLEINE ins entsprechende Land. Das bringt viel mehr als wenn ihr noch nen Kollegen mitnehmt. Ist natürlich nicht immer möglich, oder man traut sich das nicht zu, aber der Lerneffekt ist um ein vielfaches grösser... So, genug gepredigt. Ich wünsche einen schönen Abend/Tag... oder zu welcher Tageszeit auch immer ihr dies hier lest... Heute morgen war wieder Language School mit Dulce, Marta und Paweł. Heute war es sehr lustig und die Zeit verging im Flug. Am Ende hat uns Ben noch ein paar Scots-Vokabeln beigebracht: z.B. don't: dinnae know: ken Also heisst: "I don't know" auf Scots "I dinnae ken". Einfach, oder? Nach der Schule musste ich dann ins Hotel, da bei mir im Apartement der Boden im Bad repariert werden muss. Deswegen sitze ich jetzt hier im Hotel und tippe diese Zeilen... Da heute Nachmittag schlechtes Wetter war (ich bin zwar draussen gewesen, aber in Nord-Ost-Edinburgh gab es nicht viel Spannendes zu sehen), gibt es heute mal keine Bilder, sondern einen Sprachkurs: In Schottland gibt es drei Sprachen: Englisch, Scots (das was Ben uns heute morgen ansatzweise gezeigt hat) und Gaelic. Fangen wir mal mit (schottischem) Englisch an. Hier ein schönes Beispiel aus den Borders (die Region im Süden Schottlands, die an England angrenzt): Es geht ums Fischen im River Tweed... Nun wird's schwieriger. Hier ein Beispiel für Scots, zumindest zum Teil: Das war früher verpönt und wurde nur auf dem Land gesprochen (so wie viele Dialekte in Deutschland), heute wird es aber wieder gepflegt, weil die Leute merken, dass es etwas Erhaltenswertes und Identitätsstiftendes ist (so wie es die Schweizer auch machen). Im Video spricht er über die Zeit, als einem das Scots abgewöhnt wurde... Zum Schluss noch Gaelic. Hier verstehe ich dann gar nichts mehr... :-) So, und jetzt muss ich schon wieder los, ins Pub, mein Scots ausprobieren ;-) Nein, ich treffe mich nochmal mit Clara, der Tochter von Evas Cousine, und den Pawel nehme ich auch mit, damit der mal ein paar Locals kennenlernt. Viel Spass beim Anhören dieser drei wunderschönen Sprachbeispiele, auch wenn manche vielleicht wenig bis gar nichts verstehen werden (Gott sei Dank hat es Untertitel beim dritten Video ;-)). Der Klang dieser Sprachen ist doch toll, nicht?
Bevor ich den heutigen Beitrag beginne, noch ein Nachtrag zur Biketour vom Samstag. Richard, unser Guide, hat während der Tour noch Fotos von uns gemacht, die möchte ich Euch nicht vorenthalten ;-) Heute startete ich in meine letzte Woche hier in Edinburgh. Diese Woche wird kurz sein, da unser Lehrer Ben am Freitag jeweils studiert und wir jetzt statt 5-Tage-Woche eine 4-Tage Woche haben, dafür machen wir statt bis 12.15 Uhr bis 13.00 Uhr, so dass die Wochenarbeitszeit die gleiche bleibt... ja, das muss alles seine Ordnung haben, fast wie in der Schweiz ;-). Heute starteten zwei neue Ladies im Kurs, zwei Spanierinnen, Marta und Dulce, so dass Paweł und ich nicht mehr so alleine sind. Am Nachmittag begann ich dann langsam aber sicher mit meiner Souvenir-Shopping-Tour. Eine Tweed-Mütze hatte ich ja schon vor ein paar Wochen gekauft, und da ich schon länger mit einem Tweed-Jacket geliebäugelt hatte, ging ich heute zu Walker Slater in der Victoria Street (die wo so aussieht wie die Winkelgasse aus Harry Potter)... dort liess ich mich beraten und fand auf Anhieb ein schönes Tweed-Jacket und ein cooles Hemd dazu. Alles andere, Tweed-Gilet und Tweed-Hose wäre zuviel. Sowas kann man in der Schweiz ja nicht tragen... Dank meiner Model-Masse (mit langem A gesprochen bitte!) passte alles sofort, naja, die Ärmel muss man halt noch ein wenig kürzen, aber das ist ja normal. Deswegen gibt's leider auch (noch) kein Foto, das wird natürlich nachgereicht, sobald die Änderung erfolgt ist. Anschliessend begab ich mich per Geocaching auf Erkundungstour im östlichen Stadtbereich von Edinburgh. Ehrlich gesagt hat der mich nicht so umgehauen, aber ich habe ein paar nette Fotos geschossen... Da ich also grad in der Nähe von Arthur's Seat war, machte ich noch einen weiteren Cache, und hier fiel mir wieder einmal auf, wie schnell man doch aus der Stadt rauskommt und sofort in einer anderen Welt ist. Bei den Pollock Halls of Resicence ist man noch voll im städtischen Gebiet, und 200 Meter weiter sieht's dann so aus... Auf dem Rückweg fand ich noch einen Weg, der direkt in die Stadt führt und mir noch unbekannt war. Hier habe ich nochmals zwei Bilder gemacht zum Zeigen wie nah Natur und Stadt hier beieinander sind. Im Prinzip liegt der Berg mitten in der Stadt, da die Stadtteile von Edinburgh Arthur's Seat komplett umschliessen. Danach ging's über die Meadows wieder zurück nach Hause. Bin jetzt wahrscheinlich jeden Tag ca. 10km gelaufen. Ob ich abgenommen habe? Nö. Am heutigen Sonntag machte ich mit meinem polnischen Kollegen Paweł einen Ausflug nach North Berwick, wobei das "W" in Berwick nicht gesprochen wird. Da North Berwick ca. 20 Meilen ausserhalb von Edinburgh liegt, beschlossen wir den Zug zu nehmen. Also trafen wir uns um 9.30 Uhr am Scott Monument und gingen dann zu Waverley Train Station. Schnell Tickets gekauft und los gings :-) Als wir dann ankamen, liefen wir zuerst mal in Richtung Meer. Dort trafen wir zunächst auf einen der unzähligen Golfplätze. Nie in meinem Leben habe ich so viele Golfplätze gesehen wie in Schottland. Das mag daran liegen, dass dieser Sport in Schottland erfunden wurde. Zeitweise musste der König diesen Sport sogar verbieten, weil seine Soldaten vor lauter Golfen das Bogenschiessen vernachlässigten. Am Meer war es dann ziemlich windig (wie das halt meist so ist) und so beschlossen wir ins Städtchen zu gehen... Nach einem kurzen Snack gings dann zum Scottish Seabird Centre. Das war aber nicht besonders interessant bzw. man wusste gar nicht, was man bekommt, wenn man den Eintritt bezahlt, so dass wir wieder gingen. Es hätte zwar ein paar coole Bootstouren gehabt, aber dafür war es heute definitiv zu kalt... Daraufhin beschlossen wir den North Berwick Law zu besteigen. Der North Berwick Law ist auch ein ehemaliger Vulkan, ähnlich wie Arthur's Seat in Edinburgh. Man sieht ihn schon von weitem, denn die Gegend um North Berwick ist relativ flach, und da sticht der North Berwick Law regelrecht heraus. Der Aufstieg ging ganz flott vor sich, und ruck zuck waren Paweł und ich oben :-) Soweit war alles gut. Aber dann begann uns das Glück zu verlassen: Zuerst wollten wir in einem Pub etwas Feines essen, aber dann brachte uns die Bedienung etwas, was wir uns ein wenig anders vorgestellt hatten (um es mild auszudrücken). Naja, was soll's. Das gibt's halt manchmal. Danach mussten wir feststellen, dass alle Züge von North Berwick in Richtung Edinburgh abgesagt worden waren. Dies bedeutete für uns, dass wir mit dem Bus fahren mussten, der alle hundert Meter in jedem Kuhnest anhielt. Endlich in Edinburgh angekommen, wollte ich Paweł die "Haggis Box" zeigen und dort eine Portion Haggis mit ihm essen. Als wir ankamen, war die Box zwar noch offen, aber Haggis war ausverkauft... :-( irgendwie lief alles gegen uns. Ich erinnerte mich dann an das Pub "No. 1 High Street" auf der Royal Mile, in welchem ich mit Eva und den Jungs schonmal war, und dort bekamen wir dann endlich was zu futtern: "A wee Haggis Tower" :-) Für den heutigen Samstag hatte ich mich zu einer Velotour auf klassischen britischen Velos angemeldet. Erstens fahre ich sehr gerne Velo, und zweitens bin ich auf der Suche nach einem stylischen neuen Alltagsvelo, da mein Mountainbike jetzt auch schon 21 Jahre alt ist und mir die sportliche Sitzposition immer mehr Mühe macht, vor allem im Nackenbereich. Das habe ich im Sommer auf unserer Bodenseeumrundung gemerkt. Wenn man jeden Tag 50km in dieser Position fährt, dann muss man immer nach oben schauen und man verkrampft im Nacken. Wie auch immer: Ich bin auf jeden Fall auf der Suche nach etwas Gemütlicherem, und als da ich letztes Jahr in Amsterdam war, sind mir die Hollandräder in den Sinn gekommen. Allerdings haben die immer dieses Opa/Oma-Aussehen, und ganz so alt bin ich ja jetzt doch noch nicht... naja, und nun bin ich in Edinburgh und ich bin auf diese Biketour aufmerksam geworden. Die Velos werden von der Firma Pashley in England hergestellt. Pashley ist der älteste Velohersteller in Grossbritannien, mit Sitz in Stratford-upon-Avon. Heute hatte ich die Möglichkeit, zwei Bikes von Pashley Probe zu fahren. Den ersten Teil fuhr ich mit dem "Guv'nor", einem Racing Bike im Stil der 30er-Jahre, den zweiten Teil mit dem "Roadster Sovereign", einem gemütlicherem Bike, ähnlich einem Hollandrad. Wir trafen uns im Smoke Stack in der Broughton Street, dort gab es dann erstmal einen Kaffee, einen Helm usw. und dann ging es los. Wir fuhren an der Brücke bei Waverley Train Station dabei. Richard, unser Guide, erzählte uns, dass es sich um die Brücke handelt, die bei Trainspotting in der Eingangsszene gezeigt wird :-). Dann gings weiter Richtung Holyrood, wo der Palast der Queen und das schottische Parlament ist (darüber hatte ich ja schon mehrfach geschrieben). Danach fuhren wir zu St. Margaret's Loch. Dort war ich auch schon zu Fuss, aber nicht an diesem Ende. Heute war es zwar ziemlich kalt, aber dafür sehr sonnig, das war schön. Und ich erfuhr etwas, was ich noch nicht wusste: Jeder Schwan in ganz Grossbritannien gehört der Queen. Und wer einen Schwan tötet, der wird wahrscheinlich geteert, gefedert und geviertelt ;-) Dann ging es im Gegenuhrzeigersinn herum um Arthur's Seat, mit einem gehörigen Anstieg, bei dem die südenglischen Ladies bereits schlapp machten... nix gewohnt, diese Flachlandtiroler ;-) Obwohl der Guv'nor nur drei Gänge hat, ging es eigentlich ganz gut den Berg hinauf. Aber die Sitzposition ist halt ähnlich wie auf einem Mountainbike, vielleicht sogar noch extremer. Man hat mit den Knien manchmal sogar die Unterarme berührt... irgendwie cool, aber nicht besonders praktisch. Als wir dann auf der Rückseite von Arthur's Seat waren, kamen wir zu Duddingston Loch, benannt nach der gleichnamigen Gemeinde Duddingston. Wenn die Queen einmal im Jahr in Holyrood weilt, pflegt sie in Duddingston im Sheep Heid Inn zu speisen, wie viele ihrer königlichen Vorgänger auch... Richard hat uns auch noch erzählt, dass die Schotten das Einhorn als Nationaltier gewählt haben, nachdem England den Löwen für sich ausgewählt hatte, weil das Einhorn in der Mythologie das einzige Wesen ist, das einen Löwen besiegen kann: "...that pretty much sums up our relationship with England..." war Richard's Kommentar... Dann habe ich ein wenig die Orientierung verloren, weil ich auf dieser Seite von Arthur's Seat noch nie war und wir kreuz und quer durch irgendwelche Ortschaften und Parks fuhren. Irgendwann kamen wir aber in Portobello an, wo ich mit Eva und den Boys schon war... Dort wechselte ich dann auf den - viel komfortableren und bequemeren, aber optisch natürlich auch lange nicht so coolen Roadster Sovereign. Dort war es sehr windig, und wir hatten schwer zu kämpfen, als es weiter Richtung Leith ging, wo ich auch schon mit Eva und den Boys war. Dort zeigte uns Richard ein Gebäude, das in altem Stil renoviert wurde und heute das isländische Konsulat beherbergt. Er zeigte uns Bilder, wie es in dem Gebäude drin aussieht, sein Kommentar: "... not too shabby, eh?" Ich mag den schottischen Humor. Dann fuhren wir dem Water of Leith Cyclepath entlang zurück in die Innenstadt, wo die Tour dann endete. So, was nehme ich mit von dieser Tour? Erstens mal hat es mir Spass gemacht, mal wieder Velo zu fahren, zweitens nehme ich mit, dass der Guvnor zwar cool, aber für den Schweizer Alltag unbrauchbar ist. Das bedeutet, dass ich mir wahrscheinlich den Roadster zulegen werde, weil er alles mitbringt, was ich brauche. Entspannte Sitzposition, Licht vorne und Hinten, Ständer, Gepäckträger, Nabendynamo und vor allem Schutzbleche. Um ihn aber ein wenig cooler zu machen, werde ich wahrscheinlich den Mantelschutz abmontieren - beim Gepäckträger bin ich mir nicht sicher - und wenn ich es dann doch ein wenig sportlicher will, dann drehe ich einfach den Lenker um und wechsle den Vorbau, so dass er dann ungefähr so aussehen wird... not too shabby, eh?
Gestern Abend war ich ja zum ersten Mal in der Jazz Bar. Ist eine tolle Location, nicht zu gross, nicht zu klein, und der komplette Eintritt geht an die Musiker. Der Laden verdient also nur an den Getränken. Am gestrigen Abend hat eine Soulband gespielt, und es hat Spass gemacht, mal wieder an ein Konzert zu gehen. Leider ist der Gitarrist der Band nicht aufgetaucht, das wäre für mich noch interessant gewesen. Ich bin dann ein Set lang geblieben und dann gegen 22 Uhr wieder nach Hause, weil heute morgen ja wieder Language School war. Nachdem wir die letzten Tage über Kunst geredet hatten (worin ich alles andere als ein Experte bin), hatte Ben heute Mitleid mit uns und ist auf das Thema Musik umgeschwenkt. Deswegen konnte ich heute voll auftrumpfen, das hat wirklich Spass gemacht. Die Sätze sind nur so aus mir rausgesprudelt ;-) Am Nachmittag habe ich mich dann mit meinem polnischen Kollegen verabredet und wir sind zusammen mit dem Bus nach Roslin rausgefahren zur Rosslyn Chapel. Wie gesagt, ich bin kein Kunstexperte, aber die Steinarbeiten, die es in dieser Kapelle zu sehen gibt, sind spektakulär. Man kann es nicht anders sagen. Unglaublich, wie detailliert hier in dieser kleinen Kapelle tausende Steinfiguren herausgearbeitet wurden, und das noch vor 500 Jahren, wirklich der reinste Wahnsinn. Es ranken sich auch zahlreiche Geschichten um die ganzen Figuren, die abgebildet sind. Ein Bogen über einem Fenster zeigt zum Besispiel Maispflanzen. Man weiss aber, dass Mais von Amerika nach Europa gebracht wurde. Nun wurde aber Rosslyn Chapel ungefähr 50 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus erbaut... das würde die Theorie unterstreichen, dass Columbus nicht der erste war, der den amerikanischen Kontinent betrat. Man nimmt an, dass die Wikinger schon vor Columbus in Amerika waren. Leider ist das Fotografieren in Rosslyn Chapel nicht erlaubt... super :-( ... deswegen gibt's unten leider nur Bilder von Aussen. Nach der Besichtigung von Rosslyn Chapel fuhren wir mit dem Bus wieder rein nach Edinburgh und gingen in die Jazzbar, wo wir das von Ben empfohlene Ginger Beer testeten. Es hat nicht besonders nach Bier geschmeckt, aber das Zeug hatte ne ordentliche Schärfe. Hot stuff. Da nur ein Gitarrist ohne Band auf der Bühne war, wurde es uns schnell langweilig und wir sind dann jeweils nach Hause gegangen. Hier die Bilder von Rosslyn Chapel :-) Gestern Abend war ich mit Evas Cousine und deren Töchtern noch in einer netten Kneipe in Leith. Es war schön die drei mal wieder zu sehen. Als ich Eva kennengelernt habe, waren die beiden Töchter noch kleine Mädels, und jetzt sind die beiden Mitte/Ende 20 (oder so... ;-)). Verrückt... Naja, heute war auf jeden Fall wieder Language School mit Ben, und am Nachmittag ging's dann tatsächlich raus Richtung Queensferry, dieses Mal sogar mit dem richtigen Ticket :-). Ich stieg aber schon 6 Meilen vorher aus, um noch die Dalmeny Estates anzuschauen. Laut Ben sollte da irgendwo ein schönes Herrenhaus sein, aber irgendwie bin ich gelaufen und gelaufen, und kein Herrenhaus in Sicht. Naja, egal, einfach weiterlaufen Richtung Queensferry... leider fing es nach einer Stunde an zu regnen, aber in weiser Voraussicht hatte ich den Regenschirm (den ich heute das Erste mal gebraucht habe) dabei und die Wanderung konnte weitergehen. Irgendwann kam ich dann im Dorf Dalmeny an, wo auch ein Wegweiser zum Dalmeny House war, aber Ben hatte ausdrücklich "Estate" gesagt... nun, da muss ich ihn wohl morgen nochmal drauf anhauen... ich muss sowieso nochmal raus nach Queensferry, denn das Wetter wurde leider nicht besser. Als ich endlich - nach drei Stunden laufen - in Queensferry bei den drei grossen Brücken über den River Forth ankam, war das Wetter so schlecht, dass es sogar mir keinen Spass mehr machte. Ich habe mich nach einer kurzen Durchquerung des Dörfleins sofort in den Bus gesetzt und bin wieder zurück nach Edinburgh gefahren, habe eingekauft, und jetzt tippe ich hier meinen Beitrag. Heute Abend werde ich jetzt - endlich - mal in die "The Jazz Bar" gehen, da treten jeden Abend drei Bands auf, die erste kostet meist nichts, die zweite und dritte kostet jeweils. Da die erste Band bereits spielt und ich noch was Essen muss, werde ich wohl erst zur zweiten Band anwesend sein können. Ich bin mal gespannt und werde morgen berichten. Hier noch die Bilder von meiner - verregneten - Wanderung von Cramond Bridge nach Queensferry... Gestern Abend war ich ja noch auf dem Beltane Festival. Leider war es aber nicht so toll wie ich es mir erhofft hatte. Und mein Handy war irgendwie überhaupt nicht in der Lage, irgendein gescheites Bild aufzunehmen. Das war also nix... naja, was soll's. Heute morgen war dann wieder Language School mit Ben, und ich habe ihm erzählt, dass ich heute nach Queensferry rausfahren möchte, um dort die 3 Brücken anzuschauen. Da Ben in Queensferry aufgewachsen ist, gab er mir noch den einen oder anderen Tipp mit. Leider war mir aber nicht bewusst, dass Queensferry ausserhalb der City Zone liegt und ich dafür ein anderes Busticket brauche, welches £5 anstatt £4 kostet. Das bemerkte ich aber erst, nachdem ich das normale Day Ticket in einem anderen Bus gelöst hatte. So was Blödes. Naja, ich habe dann umdisponiert und habe dann doch meine Seven Hills of Edinburgh Tour fortgesetzt. Ich bin also mit einem weiteren Bus nach Craiglockhart raus gefahren und bin dann auf den Eastern Craiglockhart Hill hinaufgewandert. Wie die anderen Hills um Edinburgh herum sind auch die Craiglockhart Hills sehr leicht zu bewandern, und nach 15 Minuten ist man auf dem Gipfel angekommen. Das Wetter war heute nochmal eine Runde schlechter als gestern, und irgendwann hat es dann auch noch angefangen zu regnen. Heute Abend treffe ich mich noch mit Eva's Cousine und deren Tochter. Letztere lebt schon seit einigen Jahren hier in Edinburgh. Wir treffen uns im Leith Depot, eine Kneipe die ich noch nicht kenne. Mal sehen. Hier die Fotos vom heutigen Nachmittag auf Craiglockhart Hill... Heute vormittag war wieder Language School angesagt. Ben geht viel schneller vorwärts als Steven und Anna, was ich gut finde. Er zwingt uns auch aus unserer Komfortzone heraus, was zwar einerseits stressig ist, aber uns hoffentlich im Endeffekt auch weiterbringt. Heute hatten wir es über Lernstrategien und Gedächtnisstrategien. Für mich als Lehrer war es sehr interessant, und ich habe auch ein paar neue Sachen kennengelernt. Ben war nämlich mal Psychologiestudent und hat sich da etwas intensiver mit dem menschlichen Gehirn auseinandergesetzt. So hat wohl jeder Lehrer sein Steckenpferd, mit dem er die Schüler belästigt ;-) Am Nachmittag entschied ich mich einen weiteren der 7 Hills zu besteigen. Heute war das Wetter zwar lange nicht so schön wie gestern, aber morgen ist Regen gemeldet, also die Gunst der Stunde genutzt und mit dem Bus schnell rausgefahren zu den Braid Hills. Der Aufstieg auf die Braid Hills war einfacher als angenommen, denn der Einstieg zum Wanderweg liegt schon sehr weit oben, so dass man letztendlich nicht mehr allzuviele Höhenmeter selber erledigen muss. Das war also sehr angenehm heute, und nach 10 Minuten war ich schon auf 200m Höhe und am Gipfel angekommen. Wie gesagt, das Wetter war nicht besonders toll, aber man hatte wunderbare Aussichten auf die Stadt und die umliegenden Berge. Auf dem Rückweg durchquerte ich noch eine Golfanlage und traf lauter nette Golfer im Pensioniertenalter. In so einer Umgebung würde ich auch gerne mal golfen (wenn ich es denn könnte...). Heute Abend werde ich noch an das Beltane Firefestival gehen. Da das Ganze erst um 20.00 Uhr startet und bis tief in die Nacht geht und ich ja morgen früh wieder in der Schule antraben muss, werde ich also erst im morgigen Beitrag davon berichten. Hier also die Fotos vom heutigen Tag, von den Braid Hills :-) |
AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv |