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Blog iWB2019 Edinburgh

Tag 27: Cycle Tour on Classic British Bikes

4/5/2019

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Für den heutigen Samstag hatte ich mich zu einer Velotour auf klassischen britischen Velos angemeldet. Erstens fahre ich sehr gerne Velo, und zweitens bin ich auf der Suche nach einem stylischen neuen Alltagsvelo, da mein Mountainbike jetzt auch schon 21 Jahre alt ist und mir die sportliche Sitzposition immer mehr Mühe macht, vor allem im Nackenbereich. Das habe ich im Sommer auf unserer Bodenseeumrundung gemerkt. Wenn man jeden Tag 50km in dieser Position fährt, dann muss man immer nach oben schauen und man verkrampft im Nacken. Wie auch immer: Ich bin auf jeden Fall auf der Suche nach etwas Gemütlicherem, und als da ich letztes Jahr in Amsterdam war, sind mir die Hollandräder in den Sinn gekommen. Allerdings haben die immer dieses Opa/Oma-Aussehen, und ganz so alt bin ich ja jetzt doch noch nicht... naja, und nun bin ich in Edinburgh und ich bin auf diese Biketour aufmerksam geworden. Die Velos werden von der Firma Pashley in England hergestellt. Pashley ist der älteste Velohersteller in Grossbritannien, mit Sitz in Stratford-upon-Avon. Heute hatte ich die Möglichkeit, zwei Bikes von Pashley Probe zu fahren. Den ersten Teil fuhr ich mit dem "Guv'nor", einem Racing Bike im Stil der 30er-Jahre, den zweiten Teil mit dem "Roadster Sovereign", einem gemütlicherem Bike, ähnlich einem Hollandrad.

Wir trafen uns im Smoke Stack in der Broughton Street, dort gab es dann erstmal einen Kaffee, einen Helm usw. und dann ging es los.
Wir fuhren an der Brücke bei Waverley Train Station dabei. Richard, unser Guide, erzählte uns, dass es sich um die Brücke handelt, die bei Trainspotting in der Eingangsszene gezeigt wird :-). Dann gings weiter Richtung Holyrood, wo der Palast der Queen und das schottische Parlament ist (darüber hatte ich ja schon mehrfach geschrieben).
Danach fuhren wir zu St. Margaret's Loch. Dort war ich auch schon zu Fuss, aber nicht an diesem Ende. Heute war es zwar ziemlich kalt, aber dafür sehr sonnig, das war schön. Und ich erfuhr etwas, was ich noch nicht wusste: Jeder Schwan in ganz Grossbritannien gehört der Queen. Und wer einen Schwan tötet, der wird wahrscheinlich geteert, gefedert und geviertelt ;-)
Dann ging es im Gegenuhrzeigersinn herum um Arthur's Seat, mit einem gehörigen Anstieg, bei dem die südenglischen Ladies bereits schlapp machten... nix gewohnt, diese Flachlandtiroler ;-) Obwohl der Guv'nor nur drei Gänge hat, ging es eigentlich ganz gut den Berg hinauf. Aber die Sitzposition ist halt ähnlich wie auf einem Mountainbike, vielleicht sogar noch extremer. Man hat mit den Knien manchmal sogar die Unterarme berührt... irgendwie cool, aber nicht besonders praktisch. Als wir dann auf der Rückseite von Arthur's Seat waren, kamen wir zu Duddingston Loch, benannt nach der gleichnamigen Gemeinde Duddingston. Wenn die Queen einmal im Jahr in Holyrood weilt, pflegt sie in Duddingston im Sheep Heid Inn zu speisen, wie viele ihrer königlichen Vorgänger auch... Richard hat uns auch noch erzählt, dass die Schotten das Einhorn als Nationaltier gewählt haben, nachdem England den Löwen für sich ausgewählt hatte, weil das Einhorn in der Mythologie das einzige Wesen ist, das einen Löwen besiegen kann:  "...that pretty much sums up our relationship with England..." war Richard's Kommentar...
Dann habe ich ein wenig die Orientierung verloren, weil ich auf dieser Seite von Arthur's Seat noch nie war und wir kreuz und quer durch irgendwelche Ortschaften und Parks fuhren. Irgendwann kamen wir aber in Portobello an, wo ich mit Eva und den Boys schon war... Dort wechselte ich dann auf den - viel komfortableren und bequemeren, aber optisch natürlich auch lange nicht so coolen Roadster Sovereign.
Dort war es sehr windig, und wir hatten schwer zu kämpfen, als es weiter Richtung Leith ging, wo ich auch schon mit Eva und den Boys war. Dort zeigte uns Richard ein Gebäude, das in altem Stil renoviert wurde und heute das isländische Konsulat beherbergt. Er zeigte uns Bilder, wie es in dem Gebäude drin aussieht, sein Kommentar: "... not too shabby, eh?" Ich mag den schottischen Humor. Dann fuhren wir dem Water of Leith Cyclepath entlang zurück in die Innenstadt, wo die Tour dann endete.
 So, was nehme ich mit von dieser Tour? Erstens mal hat es mir Spass gemacht, mal wieder Velo zu fahren, zweitens nehme ich mit, dass der Guvnor zwar cool, aber für den Schweizer Alltag unbrauchbar ist. Das bedeutet, dass ich mir wahrscheinlich den Roadster zulegen werde, weil er alles mitbringt, was ich brauche. Entspannte Sitzposition, Licht vorne und Hinten, Ständer, Gepäckträger, Nabendynamo und vor allem Schutzbleche. Um ihn aber ein wenig cooler zu machen, werde ich wahrscheinlich den Mantelschutz abmontieren - beim Gepäckträger bin ich mir nicht sicher - und wenn ich es dann doch ein wenig sportlicher will, dann drehe ich einfach den Lenker um und wechsle den Vorbau, so dass er dann ungefähr so aussehen wird... not too shabby, eh?
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    Autor

    Matthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH.

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