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Innenleben

4/5/2023

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Nach den Frühlingsferien habe ich am gestrigen Mittwoch an meinem Hocker weitergearbeitet. Es ging darum den Innenraum auszukleiden und den Deckel gegen Verrutschen zu sichern.

In der letzten Woche hatte ich Graukarton bestellt und nun begann ich den Karton mit der Schneidemaschine zuzuschneiden. Da musste ich ein wenig experimentieren, bis alles zusammenpasste, denn am oberen Rand hatte ich vor allem in den Ecken viel Kunstleder vom Polstern, und unten hatte ich überhaupt keinen Stoff. Ich musste also alles ein wenig schräg schneiden. Danach habe ich schwarzen Stoff ausgeschnitten und mit doppelseitigem Klebeband an der Rückseite festgeklebt. Dies ging erstaunlich gut, so dass ich nicht mit Sprühkleber oder sonstigen Klebern hantieren musste. Hier ein paar Bilder vom Prozess:
So sah das fertige Innenleben am Schluss aus. Ich habe die einzelnen Teile nicht festgeklebt, da der Hocker ja ein Anschauungsobjekt für die Schule sein soll. 
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Danach habe ich an der Kreissäge 9mm Sperrholz zugesägt, um den Deckel gegen seitliches Verrutschen zu sichern. Das Sperrholz habe ich dann an den Deckel geschraubt. Momentan passt es ganz gut. Ich überlege mir noch, ob ich den Deckel auch noch mit Stoff überziehe, aber dann könnte es sein, dass der Deckel nicht mehr genau reinpasst, oder ob ich ihn schwarz lackiere. Ich tendiere momentan zu zweiterem. 
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Zweiter Tag in Herrn Schöbis Werkstatt

6/4/2023

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Gestern war ich den kompletten Tag bei Herrn Schöbi in der Werkstatt. Dass es so schwierig werden würde, hatte ich nicht erwartet... doch der Reihe nach:

Als erstes nähte ich die Sitzfläche an die Randflächen. Zuerst normal rechts auf rechts nähen, 1cm Nahtzugabe. Danach 4mm rechts der Naht nochmal abnähen, beide Nahtzugaben unten nach rechts geklappt. Dadurch entsteht die bei Lederpolstermöbeln typische Naht:
Danach ging es daran, den Deckel zu polstern. Der fertig genähte Bezug muss über das vorbereitete Holz-Schaumstoff-Konstrukt drübergezogen und dann auf der Unterseite erst einmal mit provisorischen Klammern festgetackert werden. Danach beginnt man den Stoff entlang der Kanten gleichmässig zu spannen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Ich hatte zunächst zu wenig gespannt. Wenn man über das Polster drüberfährt, darf man keinen Stoff greifen können. Also alle Klammern mit dem Schraubenzieher wieder raus und nochmals tackern. Ich weiss nicht wieviele Versuche ich unternommen habe, aber das Ganze ordentlich und gleichmässig hinzubekommen ist wirklich schwierig. Mit Schülern - zumindest mit Kunstleder - nicht machbar. Herr Schöbi meinte, mit Schülern müsste man mit Stoff arbeiten. Er würde mir dann mit Ratschägen zur Seite stehen.  Nach mehreren Versuchen war Herr Schöbi dann aber noch nicht ganz zufrieden, und nach dem Motto "So geht das nicht aus meiner Bude raus" legte er noch selbst Hand an und besserte das, was ich noch nicht so gut hinbekommen hatte, aus. Hier ein paar Bilder vom Prozess:
Danach ging es an den Korpus. Der beim letzten Mal genähte Bezug wurde über den Schaumstoff (ohne Vlies) gezogen und dann oben über die Kante und unten am Boden befestigt. Hier ergab sich dasselbe Problem. Es ist unheimlich schwierig die richtige Spannung auf das Kunstleder zu bringen und das ganze dann möglichst faltenfrei festzutackern. Auch hier benötigte ich mehrere Versuche... Klammern rein, Klammern raus, in den Ecken Stoff rausschneiden, Klammern rein, Klammern wieder raus... zum Schluss legte Beat (mittlerweile hatten wir Duzis gemacht) nochmals Hand an, um das Ganze wieder auszubügeln. Hier auch wieder ein paar Fotos vom Prozess:
Nun ging es daran die Unterseite fertig zu stellen. Zuerst Löcher anzeichnen: Hier gab es ein Missverständnis zwischen Beat und mir beim Anzeichnen der Fusspositionen. Ich hatte von der Holzkante gemessen und er hatte die Schaumstoffkante gemeint. Auf jeden Fall führte es dazu, dass ich vor lauter Zeichnen und Umzeichnen am Schluss bei einem Fuss an der falschen Stelle gebohrt habe und der Fuss nun einen Zentimeter verschoben ist im Vergleich zu den anderen. Im Bild ist es der vorne links. Jetzt müsste ich nochmals den Bezugstoff wegnehmen und mit einem 13er Metallbohrer nochmal bohren. Vielleicht lasse ich den Fuss aber auch als "Designelement", sozusagen als unverkennbares Markenzeichen, so wie er ist.

Nach dem Anzeichnen und Bohren wurde der Bezugsstoff angetackert. Das ging relativ einfach im Vergleich. Einfach umschlagen und festtackern. Dann die Löcher suchen und mit der Schere einschneiden. Fuss draufsetzen und einschlagen. Fertig. Zum Schutz des Parketts zuhause habe ich dann aus einer Art Filz Gleiter ausgestanzt und mit Heissleim aufgeklebt.
Nun kam noch der Deckel dran. Beim Deckel wollte ich ja noch Knöpfe einziehen. Dazu musste ich zuerst Knöpfe mit meinem Bezugsstoff beziehen. Zuerst wurden kreisrunde Scheiben aus dem Kunstleder ausgestanzt und dann mit einer Presse auf den Knopf gepresst. Das hat Spass gemacht :-) Beat hat noch ein Video von mir gemacht, welches ich aber momentan hier nicht hochladen kann... keine Ahnung warum. Hier ein paar Fotos vom Herstellungsprozess der Knöpfe:
Mittlerweile war es schon fast Feierabend, aber wir wollten noch die Knöpfe einziehen. Man hätte hier die exakte Position der Knöpfe anzeichnen können, aber machten es Beat-Style: Einfach mit der grossen Nadel mittig durch die Löcher in der Holzplatte senkrecht nach unten stechen und dann durch den Schaumstoff und das Kunstleder durch. Dann den aufgefädelten Knopf durch die Öse ziehen und den Faden mit der Nadel zurückziehen. Danach - und das war wieder schwierig - mit maximaler Zugkraft an den Fäden ziehen und am Holz festtackern. Auch hier musste mir Beat helfen, da meine Knöpfe höher lagen als seine, sprich ich war zu schwach (oder er zu stark ;-)).
So war am Ende eines langen Arbeitstages (ich war fix und fertig am Abend) die Holzkiste von aussen fertig bezogen. Jetzt fehlt noch die innere Abdeckung des Deckels und eventuell noch eine Innenauskleidung. 

Zuerst kommen jetzt aber die dringend benötigten Ferien, in denen ich mit Eva nach Schottland reise und danach sehen wir weiter...

​Liebe Grüsse :-)
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Erster Tag in Herrn Schöbis Werkstatt :-)

29/3/2023

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Heute morgen ging es um 8.15 Uhr los bei Herrn Schöbi in der Werkstatt. Zuerst haben wir den Korpus und Deckel mit einem wohnungstauglichen Leim eingesprüht. Diesen Leim liessen wir antrocknen, er diente sozusagen als Grundierung (Haftbrücke), so dass der eigentliche Leim später nicht auf dem Holz, sondern auf dieser Grundierung haften wird. Der Leim ist leicht rötlich und dünn aufgetragen fast unsichtbar.
Danach ging es ans Ausschneiden von 1cm dickem Schaumstoff, mit welchem der Korpus eingepackt wird. Da die Aussenflächen 44x34 messen, habe ich 4 Stück mit den Massen 45x34 ausgeschnitten. Diese wurden dann mit der zweiten Leimschicht (Holz und Schaum besprühen!) aufgeklebt.
Für den Deckel habe ich 5cm dicken Schaumstoff mit je einem Zentimeter Zugabe zu allen Seiten (in meinem Fall also 46x46cm) ausgeschnitten und aufgeklebt
Danach ging es ans Ausschneiden des Stoffes, in meinem Fall des Kunstleders:

Für den Korpus benötigt man 4 Rechtecke, in meinem Fall haben wir 48x45cm festgelegt (Breite der Seiten inklusive des 1cm-Schaumes ist 46cm plus 1cm Nahtzugabe auf jeder Seite ergibt die 48cm, die 45cm entsprechen den 34cm der Seitenhöhe plus jeweils gute 5cm Zugabe zum Herumlegen um die Kanten oben und unten beim Festtackern später).

Für den Deckel benötige ich in meinem Fall ein Quadrat 48x48cm und vier Rechtecke mit jeweils 48x14cm (die 48cm ergeben sich aus der gleichen Überlegung wie vorhin und die 14 cm entsprechen den 5cm Schaumstoff plus 2cm Plattenstärke plus einige Zentimeter Material zum Herumlegen um die Unterkante des Deckels plus 1cm Nahtzugabe für die Oberseite)
Nachdem wir eine Art Schreinerdreieck zur Markierung der Unterkante an die Stoffstücke angebracht hatten, ging es an die erste Nähmaschine. Herr Schöbi besitzt zwei halbautomatische Industrienähmaschinen. Ich hatte noch nie mit solchen Maschinen zu tun gehabt, aber ich war sofort überzeugt von ihnen. Nähte am Anfang und Schluss zu verriegeln geschieht automatisch, und auch der Faden wird am Ende automatisch abgeschnitten und das Nähfüsschen hebt sich am Ende automatisch. Sehr praktisch :-).

Zuerst habe ich die vier Teile des Deckels zusammengenäht, danach waren die Teile des Korpus dran. Wir haben Stichlänge 4.5 verwendet, Geradeausstich. Bei den Korpusteilen habe ich oben und unten ca. 6cm nicht vernäht, da wir diese Stofflängen oben bzw. unten um die Ecken legen müssen.
Nach dem Zusammennähen der jeweils 4 Teile mit der ersten Maschine kam die zweite Maschine dran. Sie hat eine Zwillingsnadel mit jeweils eigenständigem Ober- und Unterfaden. Ausserdem wird auf der Unterseite gleich ein Nahtband mit angenäht. Super cooles Teil!!!

​Hier haben wir Stichlänge 5 gewählt. So entstand eine professionelle Naht, die lange halten sollte.
Dann waren schon wieder 4 Arbeitsstunden vergangen. 

Nächster Schritt ist den Oberteilbezug fertig zu nähen. Das Quadrat für die Sitzfläche muss noch an die 4 Seitenteile angenäht werden. Dafür gibt es laut Herrn Schöbi wieder eine andere Naht. Ich bin gespannt :-)
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Löcher bohren

29/3/2023

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Vor ein paar Tagen habe ich die Löcher in den Deckel der Box gebohrt. Durch diese Löcher werden später die Knöpfe durchs Polster gezogen. Herr Schöbi hat gemeint, dass die Löcher mindestens einen Durchmesser von 10mm haben sollen und dass ich das Brett in jeweils 4 gleiche Abschnitte einteilen soll, so dass wir - ähnlich wie beim Barcelona-Hocker - eine Aufteilung in gleich grosse Quadrate bekommen. Ich habe also einen 10er Bohrer in den Akkuschrauber eingespannt und losgebohrt. 
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Beginn des Hockerbaus

26/3/2023

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Nachdem ich mein Projekt mit den Dozenten abgesprochen hatte, ging es letzten Freitag an das Bauen des Holzgerüstes für den Hocker... ich habe im Jumbo in Jona Dreischichtplatte gekauft und habe dann nach der Schule den Zuschnitt gemacht: Deckel und Boden 44x44cm, zwei Seitenteile 40,2x32cm und zwei Seitenteile 44x32cm:
Da ich in der Vergangenheit Verbindungen meist nur geleimt habe, entschloss ich mich diesesmal eine verschraubte Variante zu versuchen. Ich entdeckte in der Holzwerkstatt 6 Winkelspanner, mit welchen ich die Seitenplatten so exakt wie möglich in Position brachte:
Ich hatte 4.5x50er Senkkopfschrauben, also bohrte ich mit dem Kerndurchmesser (3mm) komplett durch, danach mit einem 4mm-Bohrer die aufliegende Platte in Plattenstärke (19mm) vor, und dann senkte ich die Bohrlöcher noch an. Anschliessend nutzte ich den Akkuschrauber auch noch zum Eindrehen der Schrauben:
Danach gings ans Anbringen der Bodenplatte. Hier ging ich genau gleich vor: Vorbohren mit 3 und 4mm, Ansenken, Schrauben rein. Zum Fixieren der Bodenplatte und zum Korrigieren der Rechtwinkligkeit nutzte ich zwei Schraubzwingen, so dass ich bequem bohren konnte:
Hier die fertige Box. Der Deckel bekommt im nächsten Schritt noch Löcher, durch welche später die Knöpfe in der Bepolsterung durchgezogen werden. Am Wochenende ist jetzt aber erstmal Felix' Firmung. Ich melde mich nächste Woche wieder :-)
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