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Heute morgen ging es um 8.15 Uhr los bei Herrn Schöbi in der Werkstatt. Zuerst haben wir den Korpus und Deckel mit einem wohnungstauglichen Leim eingesprüht. Diesen Leim liessen wir antrocknen, er diente sozusagen als Grundierung (Haftbrücke), so dass der eigentliche Leim später nicht auf dem Holz, sondern auf dieser Grundierung haften wird. Der Leim ist leicht rötlich und dünn aufgetragen fast unsichtbar. Danach ging es ans Ausschneiden von 1cm dickem Schaumstoff, mit welchem der Korpus eingepackt wird. Da die Aussenflächen 44x34 messen, habe ich 4 Stück mit den Massen 45x34 ausgeschnitten. Diese wurden dann mit der zweiten Leimschicht (Holz und Schaum besprühen!) aufgeklebt. Für den Deckel habe ich 5cm dicken Schaumstoff mit je einem Zentimeter Zugabe zu allen Seiten (in meinem Fall also 46x46cm) ausgeschnitten und aufgeklebt Danach ging es ans Ausschneiden des Stoffes, in meinem Fall des Kunstleders: Für den Korpus benötigt man 4 Rechtecke, in meinem Fall haben wir 48x45cm festgelegt (Breite der Seiten inklusive des 1cm-Schaumes ist 46cm plus 1cm Nahtzugabe auf jeder Seite ergibt die 48cm, die 45cm entsprechen den 34cm der Seitenhöhe plus jeweils gute 5cm Zugabe zum Herumlegen um die Kanten oben und unten beim Festtackern später). Für den Deckel benötige ich in meinem Fall ein Quadrat 48x48cm und vier Rechtecke mit jeweils 48x14cm (die 48cm ergeben sich aus der gleichen Überlegung wie vorhin und die 14 cm entsprechen den 5cm Schaumstoff plus 2cm Plattenstärke plus einige Zentimeter Material zum Herumlegen um die Unterkante des Deckels plus 1cm Nahtzugabe für die Oberseite) Nachdem wir eine Art Schreinerdreieck zur Markierung der Unterkante an die Stoffstücke angebracht hatten, ging es an die erste Nähmaschine. Herr Schöbi besitzt zwei halbautomatische Industrienähmaschinen. Ich hatte noch nie mit solchen Maschinen zu tun gehabt, aber ich war sofort überzeugt von ihnen. Nähte am Anfang und Schluss zu verriegeln geschieht automatisch, und auch der Faden wird am Ende automatisch abgeschnitten und das Nähfüsschen hebt sich am Ende automatisch. Sehr praktisch :-). Zuerst habe ich die vier Teile des Deckels zusammengenäht, danach waren die Teile des Korpus dran. Wir haben Stichlänge 4.5 verwendet, Geradeausstich. Bei den Korpusteilen habe ich oben und unten ca. 6cm nicht vernäht, da wir diese Stofflängen oben bzw. unten um die Ecken legen müssen. Nach dem Zusammennähen der jeweils 4 Teile mit der ersten Maschine kam die zweite Maschine dran. Sie hat eine Zwillingsnadel mit jeweils eigenständigem Ober- und Unterfaden. Ausserdem wird auf der Unterseite gleich ein Nahtband mit angenäht. Super cooles Teil!!! Hier haben wir Stichlänge 5 gewählt. So entstand eine professionelle Naht, die lange halten sollte. Dann waren schon wieder 4 Arbeitsstunden vergangen.
Nächster Schritt ist den Oberteilbezug fertig zu nähen. Das Quadrat für die Sitzfläche muss noch an die 4 Seitenteile angenäht werden. Dafür gibt es laut Herrn Schöbi wieder eine andere Naht. Ich bin gespannt :-)
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May 2023
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