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Erster Schweisskurs-Tag 26.03.2022

28/3/2022

2 Comments

 
Letzten Samstag hatten wir unseren ersten Schweisskurstag mit Oliver Griepenburg von der Firma sta (Schweisstechnische Ausbildung) aus Sirnach TG.

Da wir Lehrpersonen das Handling der Geräte beherrschen müssen, ging es im ersten Teil darum, die Geräte kennen zu lernen, Möglichkeiten und Gefahren von Autogen- und MAG-Schweissen kennenzulernen und auch rechtliche Aspekte (SUVA) zu kennen. 

Zum Beispiel mussten wir lernen, dass unsere Schläuche der Acetylen-Sauerstoffanlage noch von 1997 sind (das Schulhaus wurde 1998 gebaut). Eigentlich müssten die Schläuche alle 5-7 Jahre ausgewechselt werden. Auch diverse andere Sachen wie die Flammenrückschlagvorrichtungen  und die Manometer sind alle schon zu alt. Da müssen wir also noch dahinter.

Es würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, wenn ich alles notieren würde, was Herr Griepenburg uns  erzählt hat, aber für mich selbst (zum irgendwann wieder nachlesen) hier in loser Reihenfolge ein paar Informationen:

Autogenschweissen:
- älteste Technik, Flamme erhitzt Material, Zusatz wird ins Schmelzbad gegeben
- max. 700l/min der Flasche entnehmen, sonst zerfällt das Aceton in der Flasche
- Schrauben an den Flaschen nicht schmieren, Selbstentzündungsgefahr
- Einstellung: Acetylen 0.5 bar, Sauerstoff 2.5 bar (steht auch auf dem Brenner entsprechend drauf)
- Acetylen-Membranen können verstopfen, wenn sie nicht entlastet werden (Druckreduzierventil)
- Leitungen zu Beginn ca. 5s füllen
- Zuerst Sauerstoff 1/4 Umdrehung öffnen, dann Acetylen ein wenig öffnen. Beim Schliessen zuerst Acetylen zudrehen, dann den Sauerstoff.
- Falls die Flamme keilförmig wird, Brennerspitze ausfeilen (verstopft).
- bis 3mm Materialstärke nach links schweissen, Brenner pendelt, Füllstab tupft. 
- Nicht zuviel Hitze einbringen, sonst "explodiert" der Füllstab-Tropfen...
- erfordert viel Übung!


MAG (Metall-Aktiv-Gas):
- seit Ende 70er/Anfang 80er Jahre
- Schutzgasschweissen ist der Oberbegriff, MAG und MIG sind die "Kinder"
- MAG für Stahl und Chrom-Nickel-Stahl, MIG für Kupfer, Aluminium...
- wenn es Spritzer gibt, dann ist die Stromstärke evtl. zu gering oder der Drahtvorschub zu gross
- Einstellungsvorschläge sind im Deckel der Maschine aufgedruckt
- Brenner zwischen 70-80° schräg halten
- Gasdüse muss sauber sein, sonst gibt es Gasverwirbelungen und Sauerstoff wird hineingesaugt, was zu Poren in der Schweissnaht führt
- Wenn der Brenner zu flach gehalten wird, dann läuft das Gas zu schnell weg (Jet-Effekt)
- Düse kann mit Düsenfett zum Eintauchen geschützt werden
- Massekabel muss fest angeklemmt sein (Werkstück oder Tisch)
- Gasdruck einstellen: Faustregel: Drahtdurchmesser mal 10 (bei uns 0.8 mal 10 = 8 bar), Prüfrohr verwenden!
- Gasschlauch max. 3m lang!
- 2 Takt: Man muss ständig auf dem "Auslöser" bleiben; 4-Takt: Man betätigt den Auslöser nur zum Starten und dann wieder zum Stoppen. Intervalleinstellung benutzen, um weniger Hitze hineinzubringen, Zeit ist einstellbar.
- Druck der Förderrollen mit Handschuhtrick einstellen: Wenn der Draht stoppt, ist der Druck zu gering. Knickt der Draht ab, ist der Druck zu gross. Ideal ist, wenn der Draht am Handschuh spiralförmig entlang läuft.
- Verzinkten Stahl nicht schweissen! (Schwefel entsteht)

Am wichtigsten ist bei beiden Verfahren, dass man das Schmelzbad gut beobachtet und ein Gefühl dafür entwickelt, wie es sich verhält. Dafür ist viel Übung nötig, welche wir dann beim nächsten Mal bekommen, wenn wir einen Stern zusammenschweissen. Den haben wir bereits vorbereitet aus 8 Stahlblechen (3mm Dicke).  Vorher mit der Flex an den zu schweissenden Stellen vom Zunder befreit und dann mit jeweils 3 Punkten geheftet (zuerst 4mal ein T heften, dann jeweils zwei Ts zusammenheften und schliesslich dann  die beiden entstandenen Teile zusammenheften). Falls etwas nicht ganz passt, kann man mit einer Schraubzwinge nachhelfen ;-)
Bild
​Um ihn fertig zu bekommen muss man 2,40m Schweissnaht herstellen (12 Nähte von jeweils 20cm). Ein ideales Einsteigerprojekt auch für Schüler, um ein wenig in die Thematik hineinzukommen. Ich bin gespannt und freue mich aufs nächste Mal. Hier noch ein paar Impressionen vom ersten Kurstag:
2 Comments
Jenny Thomas
7/4/2022 14:30:52

...tja, die Frage nach der seriösen Wartung von Werkstätten, Geräten und Maschinen scheint nicht nur im Kanton Zürich eine Herausforderung zu sein... ;-)

Reply
Matthias Winghardt
7/4/2022 19:40:27

Ist wohl überall dasselbe... allerdings ist das auch ein sehr breites Feld, in welchem sehr viel unterschiedliches Wissen benötigt wird...

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    Autor

    Matthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH.

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