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Letzten Samstag gingen Eva und ich in den Coop Bau und Hobby, um eine Lasur für den Tisch zu kaufen. Wir wollten eigentlich ein Grün kaufen, aber im Laden hatte es nur die üblichen Brauntöne. Ein ehemaliger Schüler von mir, der dort arbeitet, machte uns dann auf den Farbmischservice aufmerksam. So liessen wir uns von ihm eine 2-in-1 Lasur im gewünschten Farbton mischen. Das fand ich sehr interessant. Letztendlich werden die im Computer gespeicherten Pigmente im entsprechenden Verhältnis in eine Dose farblose Lasur eingebracht. Anschliessend wird die nun verschlossene Dose in einer Art "Schüttelmaschine" ca. 1 min durchgeschüttelt. Am Sonntag war ich dann in der Schule und habe mal den Sockel des Kerzenständers, den wir bei Matthias Schraner gemacht hatten, probehalber lasiert. Ich finde den Farbton super, und so wird der Tisch dann später auch aussehen... Doch bevor es ans Lasieren geht, musste ich die Holzteile bearbeiten. Zuerst habe ich mit der Bandsäge und dem Bandschleifer Abschrägungen und Rundungen an die Beine und Streben angebracht. Weiterhin musste ich Vertiefungen für die Muttern und Senkungen für die Senkkopfschrauben samt der zugehörigen Löcher bohren. Die Vertiefungen für die Muttern machte ich mit einem 10mm Holzbohrer, durchgebohrt habe ich dann mit 6mm. Die Senkungen für die Schrauben habe ich mit einem Maschinensenker gemacht, da es mir von Hand zu lange ging... Hier musste man vor allem aufpassen, wo genau eine Senkung und wo eine Vertiefung oder nur eine Bohrung hingehört. Hierfür habe ich ein paarmal am Originaltisch nachschauen müssen... Anschliessend habe ich alle Kanten mit dem Hobel (bzw. einem Schleifklotz an den Rundungen) 45° angefast (Kanten gebrochen)... das gab wieder schöne Löckchen... Nun kam der schwierigste Teil: Der Zusammenbau der ersten Hälfte der "Tischplatte". Im Gegensatz zum Originaltisch wollte ich die 4 Latten nicht einfach aufnageln. Deswegen dachte ich in meinem jugendlichen Wahnsinn, ich könnte ja verdeckt dübeln... haha... blöde Idee. Zuerst habe ich die Löcher an den Latten angezeichnet und Nägel eingeschlagen und anschliessend abgezwickt. Die Idee ist, dass man die Latten dann in der gewünschten Position aufs Gegenstück aufdrückt und so perfekte Bohrmarkierungen erhält. Das hat bei mir leider nicht richtig funktioniert, da ich die Latten an gar nichts ausrichten konnte. Es fehlte ein Anschlag oder so etwas Ähnliches. Ausserdem habe ich die Nägel nicht kurz genug abgezwickt... Naja, aus Fehlern lernt man und jetzt weiss ich auch, warum der Originaltisch NICHT gedübelt wurde... ;-) Letztendlich habe ich die Nagelpositionen übernommen und dort bis auf 2/3 der Plattendicke gebohrt. Die Dübellöcher auf der Gegenseite habe ich nach Berechnung angezeichnet. Allerdings hat auch das nicht hundertprozentig funktioniert, so dass ich gewisse Löcher ein wenig "optimieren" musste ;-). Letztendlich konnte ich dann alles verleimen und festzwingen. Eine weitere Schwierigkeit war am Ende das Festzwingen der ersten Latte, da darunter die Rundung war und man keine Zwinge ansetzen konnte. Ich habe dann mit einer Federklammer gearbeitet, die aber nicht ganz soviel Druck ausüben konnte. Naja, wird schon halten, sonst muss ich halt von unten noch eine Schraube eindrehen, aber Schrauben und Nägel wollte ich ja eigentlich vermeiden. Alles in Allem war ich für diesen Teil 7 Stunden in der Werkstatt, und das am heiligen Sonntag ;-). Aber es hat eine Menge Spass gemacht, auch wenn das mit dem Dübeln nicht ganz so funktioniert hat. Aber beim zweiten Teil der Tischplatte kann ich das ja nochmal üben. Ich melde mich, sobald meine schwerverletze Frau mich wieder hat werken lassen... Bis dann :-)
2 Comments
Jenny Thomas
7/4/2022 14:19:04
....so ist es richtig! Bei Oberflächenbehandlungen im Holz, drängt sich ein Probeanstrich auf einem Resthölzchen immer und in jedem Fall an.
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Matthias Winghardt
7/4/2022 19:55:53
Danke, Thomas!
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AutorMatthias Winghardt, Jahrgang 1973, arbeitet als Lehrer in Rapperswil-Jona, CH. Archiv
April 2022
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